Ziegeleipark Mildenberg

Während des Baus der Eisenbahnstrecke Löwenberg - Templin wurde ein riesiges und qualitativ hochwertiges Tonvorkommen entdeckt. Bedingt durch die günstigen Transportwege nach Berlin und der guten Qualität des Tons wurde die Ziegelindustrie ziemlich rasch in dieser Gegen aufgebaut. So rauchten schon die Schlote der ersten Ringöfen als am 01. Mai 1888 die Bahnlinie eröffnet wurde. Schon knappe zehn Jahre später zählte man bereits 25 Ringöfen in 23 Ziegeleien rund um Mildenberg. Das nahe gelegene Berlin platzte aus allen Nähten, immer mehr Wohnraum und damit auch Ziegel wurden gebraucht. So ist es nicht verwunderlich, dass schon in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts schon 50 Betriebe ansässig waren, die eine Jahresproduktion von etwa 750 Millionen Ziegel vorgelegt hatten. Ein großer Teil der Ziegel wurde auf der ausgebauten Havel (Vosskanal) und deren Seitenkanäle nach Berlin transportiert. Zu dieser Zeit war die Gegend um Mildenberg der größte Ziegelstandorts Europas. Die Ziegelindustrie versprach Arbeit und die Arbeiter waren gesucht. Die Arbeiter fanden meistens Unterkunft in eine der Ziegeleikasernen. Um 1930 hatte Mildenberg eine Bevölkerung von ca. 1.800 Einwohner. Die beiden Weltkriege ließen die Ziegeleiindustrie völlig zusammen brechen. Aber der Wiederaufbau ab 1945 erforderte die erneute Aufnahme der Produktion von Ziegeln. Ende der 1980er Jahre war der Rücklauf an Aufträgen so hoch, dass die Betrieben ihren Betrieb eingestellt haben. Da die Maschinen seit Anfang der 60er Jahre nicht mehr auf den neuesten Stand gebracht wurden, hatte die Industrie vor Ort keinen Chance mehr, auch nur irgendwelche Marktanteile zu sichern.  1991 schloß dann die letzte Ziegelei ihre Tore.

Um der Nachwelt die einstigen Produktionsweisen zu erhalten, wurde auf dem Geländer mehrer Ziegeleien der Museumspark "Ziegeleipark Mildenberg" aufgebaut. In einem gut erhaltenen, begehbaren Ringofen ist eine Ausstellung unter gebracht. In einem anderen Gebäude ist eine restaurierte Dampfmaschine zu sehen (die regelmäßig auch noch auf Touren gebracht wird). Die umgebauten Werksbahnen dienen heute der Beförderung der Besucher auf dem riesigen Gelände. Der alte Ofen 3 wurde dahingehend restauriert, als dass die Besucher die interessante Bauweise und die Funktion des Hoffmannschen Ringofens erkunden kannt. Das Innere des Baukörpers mit seinen Kanalführungen wurde zugänglich gemacht. Es wird erklärt, wie man vor der Industrialisierung einen Ziegel quasi per Hand hergestellt hat, bis hin zu einer den 60iger Jahren entsprechenden Industrialisierungsstufe. Viele kleine Ausstellungen zeigen, wie die einzelnen Arbeitsschritte voran gingen. Es gibt für die kleinen einen tollen Abenteuerspielplatz mit Badestelle. Hier kann man sich selbst per Floss von einem Ufer zum anderen ziehen. Auch ein Kleintierzoo ist vorhanden. Während des Rundganges gibt es, wie schon erwähnt, diverse kleine Ausstellungen. Man darf auf die Maschinen klettern, an den Schaltern drücken. Es steht Ton bereit und man darf seinen eigenen Ziegelstein formen, so wie es vor der Industriealisierung gemacht wurde. Einfach wunderbar. Sehr reizvoll ist auch die Umgebung des Parks, eine äußerst reizvolle Tonstichlandschaft.