Fürstenberg bis Mirow und zurück

Von unserem Berlin-Abstecher zurück kommend, sind wir wieder in Fürstenberg gelandet. Jetzt wollten wir auf zur Müritz. Unterwegs machten wir dann in der Kleinstadt Mirow halt, die am Südende des Mirower Sees liegt, der wiederum durch eine Schleuse mit der Müritz verbunden ist. Die ersten urkundlichen Erwähnungen fand Mirow 1227 unter dem Namen" Villa Mirowe" was soviel wie "Ort des Friedens" bedeutet. Wirklich, die Schlossinsel mit ihren alten Bäumen und den historischen Gebäuden stahlt wirklich etwas friedliches aus. Die gotische Johanniterkirche beherbergt eine Fürstengruft in der seit 1708 Herzöge und Großherzoge in ihren Prunkstätten bestattet sind und sie ist der älteste Bau in Mirow. Das Gotteshaus brannte 1945 total aus, konnte aber Dank der Unterstützung der Mirower Bürger innerhalb von nur fünf Jahren wieder aufgebaut werden. Durch den symbolischen Verkauf einzelner Treppenstufen durch den Kirchturmverein e.V. konnte der Turm mit einer Aussichtsplattform gebaut werden. Seit 1993 bietet diese Plattform einen herrlichen Blick auf Mirow und Umgebung. Das große Kruzifix, das im Innenraum der Kirche hinter dem Altar steht, wurde aus einer alten Linde geschnitzt, die auf der Insel wuchs. Hinter der Kirche findet man ein weißes Torhaus, welches zusammen mit einem Wallgraben 1588 zur besseren Verteidigung der Insel gebaut wurde. Der Durchgang ist die Verbindung zur Stadt selbst. Dann kann man noch das Schloss auf der Insel besichtigen, dass 1707 bis 1712 erbaut wurde. Das Schloss beherbergte in der jüngeren Vergangenheit ein Landeslehrerseminar. Bis 1979 diente das Schloss dann als Seniorenheim. Über eine Brücke gelangt man dann zur sogenannten Liebesinsel, die 1918 auf Wunsch des Großherzogs Adolf Friedrich VI. nach seinem Freitod zu seiner letzten Ruhestätte umgestaltet wurde. Sein Steinsarg und ein Denkmal - eine Schlange, die sich um eine Säule windet - erinnern nicht nur an den letzten regierenden Großherzog zu Mecklenburg Strelitz, sondern auch an die längst vergangene Zeit, mitsamt Glanz und Gloria.

Hier noch eine schöne Geschichte über Mirow, die ich gefunden habe. Tatsächlich, Mirow hat eine Verbindung zu den USA. Die berühmteste Tochter der mecklenburgischen Kleinstadt ist Königin Charlotte von England, oder Sophie von Mecklenburg Strelitz. Die gute heiratete Georg III., Kurfürst von Hannover und König von England. Georg war für seine Zeiten richtig Cool - hat er doch 1783 die Unabhängigkeit der amerikanischen Kolonien anerkannt. In England ist King George aber nicht nur wegen der Anerkennung der Unabhängigkeit von Amerika bekannt, seinen Spitznamen "Mad King George" erhielt er, weil er hingebungsvoll mit den Bäumen geredet haben soll. Der Irrsinn, wie man das reden mit den Bäumen seinerzeit nannte, ist nach neuen Erkenntnissen zufolge wahrscheinlich auf die damals beliebten Kräftigungstinkturen zurückzuführen, die nur allzu oft eine gehörige Dosis Arsen enthielten. Seine Frau Charlotte war sehr beliebt, gebar sie ihrem Gatten doch fünfzehn Kinder. Noch heute tragen sieben Städte und Gemeinden in den USA ihren Namen, darunter die 1762 von englischen Auswanderern gegründete Stadt Charlotte in North Carolina. Kein Wunder, dass seit den 90er Jahren eine Partnerschaft zwischen Mecklenburg und Mecklenburg County, dessen Verwaltungssitz die Stadt Charlotte ist, besteht.