Zadar

Natürlich besuchten wir auch Zadar, sogar mehrmals. Die gut 80.000 Einwohner zählende Stadt ist voll auf den Tourismus ausgerichtet. Von hier kann man Fähren zu den vorgelagerten Inseln nehmen, oder aber auch die Fähre nach Italien. Aber, man lebt nicht ausschließlich vom Tourismus. Man produziert auch Nahrungsmittel, betätigt sich im Schiffbau und stellt Textilien her. Solide Standbeine, die der Wirtschaft förderlich sind und die Möglichkeit bieten, nicht in eine komplette Abhängigkeit der Touristenkonzerne zu geraten. Die Vororte von Zadar sind wahrlich nicht beeindruckend, genauso wie die Vororte zahlloser Städte dieser Welt. Plattenbauten, ohne jegliche Fantasie hochgezogen, bestimmen hier das Bild. Ganz anders aber in der auf einer Landzunge gelegenen Altstadt. Hier wird die Geschichte wieder lebendig und es regt alle Sinne an, durch die Gassen zu schlendern.

Die Römer begannen schon im 2. Jahrhundert v. Chr. die Stadt zu prägen. So wurde eine Kanalisation gebaut, was die Lebensbedingungen der Bewohner erheblich verbessert haben muss. Hinzu kam ein Kapitol, Thermen und Befestigungsanlagen sowie ein Amphitheater. Alles, was es im römischen Reich in einer Stadt mit Kultur auch gegeben hat. Einen weiteren kulturellen Höhepunkt erreichte die Stadt zur Zeit der kroatisch-ungarischen Monarchie. Im 13. Jahrhundert kam die Stadt dann aber unter die Fittiche von Venedig. Man versuchte zwar standhaft, sich gegen die Truppen zu wehren, aber Venedig zwang letztendlich den kroatisch-ungarischen König ganz Dalmatien zu verkaufen. Gegen die Türken konnte man sich ganz gut zur Wehr setzen. Interessant, nach dem 1. Weltkrieg wurde Zadar Italien zugesprochen. Im 2. Weltkrieg war die Stadt schwer umkämpft und gehörte dann zu Jugoslawien. Im Bürgerkrieg von 1991 wurde die Stadt ein weiteres Mal eingekesselt und musste zahllose Zerstörungen durch Artilleriebeschuss hinnehmen. Schlendert man heute durch diese Altstadt, so kann man die Restauratoren nur bewundern. Fast wird der Eindruck erweckt, es sei nie etwas ernsthaftes geschehen. Um so unglaublicher, der Wahnsinn der größten Zerstörungen liegt man gerade etwa ein Jahrzehnt zurück.

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Gerne haben wir uns von dem Trubel innerhalb der Altstadt an der Uferpromenade erholt. Von hier hat man einen schönen Blick auf die vorgelagerten Insel und kann den Fähren beim kommen und gehen zuschauen. Fasziniert hat uns die Meerwasserorgel. Hierfür wurden seeseitig Röhren ins Land gegraben, in die bei Flut Wasser gedrückt wird, welches dann Töne erzeugt, ähnlich wie bei einer Orgel. Setzt man sich eine Weile ruhig auf die Stufen und lauscht den Tönen, tritt wirklich eine Entspannung ein - ich wurde ziemlich müde. So relaxed genossen wir alle zusammen den Sonnenuntergang.