Yogyakarta - Borobudur

Yogyakarta, die 1755 gegründete Stadt liegt in der Mitte der als Mataram bekannten Gegend. Hier entstanden die ersten javanischen Großreiche. Das Gebiet ist äußerst fruchtbar und erreicht eine Bewirtschaftungsintensität die ihres gleichen sucht. So ernährt in manchen Gegenden 1 Quadratkilometer bis zu 2000 Menschen. Der 1. Hauptanziehungspunkt war für uns das rund 42 Kilometer von Yogyakarta entfernte Borobudur. Diese sagenumwobene Stupa wurde schon 300 Jahr vor Angkor Wat und rund 200 Jahre vor Notre Dame, zwischen 778 und 856, erbaut. Nur 100 Jahre nach Vollendung des Borobudur wurde dieser, wie ganz Zentraljava, von der Bevölkerung verlassen. Der Mt. Merapi brach aus und bedeckte auch die Anlage mit Asche, die den Tempel ein Jahrtausend lang verbarg.

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Erst 1814 kamen bei einem Besuch in Semerang dem englischen Vizegouverneur von Java, Thomas Stamford Raffles, Gerüchte zu Ohren, wonach es in der Nähe von Megelang einen Berg von buddhistischen Steinskulpturen gab. Er beauftragte den Militär-Ingenieur, H.C.C. Cornelisu, der Sache nachzugehen. Dieser entdeckte eine kleinen, mit Bäumen und Buschwerk zugewachsenen Hügel, auf dem sonderbarer weise Hunderte, von behauenen Steinblöcken aus Andesitgestein verstreut waren. Daraufhin ließ er die Bäume roden und eine Erdschicht entfernen. So wurde deutlich, unter der Oberfläche befindet sich ein ausgedehntes Bauwerk. Der Borobudur wurde freigelegt, war dann aber bis zu einem Jahrhundert Plünderungen und Missbrauch ausgesetzt. Steine wurden von Dorfbewohnern entliehen, und große Mengen wertvoller Skulpturen endeten als Schmuck in den Gärten der Mächtigen. Zwischendurch gab es einige Versuche das Bauwerk zu retten. Aber erst 1973, nachdem sich die UNESCO eingeschaltet hatte, begannen ernst zu nehmende Sanierungsarbeiten. So wurden unter anderem 1 300 232 Steinblöcke auseinander abgetragen, katalogisiert, instand gesetzt und alles wieder zusammen gesetzt.

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Es wurde nie die wahre Bedeutung des Borobudur als religiöses Bauwerk entschlüsselt. Man schätzt, dass dreißigtausend Steinschleifer und Bildhauer, fünfzehntausend Träger und Tausende von Steinmetzen das Bauwerk errichtet haben. 

Wir begegneten hier, als einige der wenigen Touristen zu diesem Zeitpunkt, einer Schulklasse. Die Schüler hatten die Aufgabe ihr Englisch aufzupolieren. So wurde uns die gesamte Geschichte Buddhas, welche in den Wänden eingemeißelt wurde, erläutert. Tausend Fragen zu unserer Kultur wurden gestellt. So erlebten wir hier eine tolle Zeit, an die wir uns gerne erinnern.