Vientiane

Für die Hauptstadt des Landes Vientiane ist die Beschreibung "brodelnd" nicht gerade die, die einem spontan einfällt. Es geht eher gemächlich zu, in der ca. 400.000 Einwohner zählenden Stadt. Sozialistische Bauten, neben chinesischen Ladenhäusern prägen das Bild der Stadt. Ab und an zeugen Villen im französischen Kolonialstil erbaut davon, dass das Land lange Jahre von einer fremden Nation regiert wurde. Schön zu sehen, die vielen Wats, die nach ihrer Zerstörung durch die Siamesen alle liebevoll wieder aufgebaut wurden. Einige Stunden brauchten wir schon von Vang Vieng bis Vientianne. Obwohl wir unterwegs nur eine kleine Mittagspause gemacht hatten. Hier gab es die beste Fischsuppe unserer Reise. Endlich angekommen, sind wir im Inter City Hotel untergekommen. Dieses Intercity hat nichts, aber auch gar nichts, mit den unser bekannten Hotels gleichen Namens zu tun. Es ist eines der ältesten Hotels der Stadt und liebevoll mit einer Vielzahl an Kunstgegenständen ausgestattet. Nicht zu vergessen, der einmalige Blick auf den Mekong.

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Dann machten wir uns auch schon auf, die Highlights der Stadt zu sehen. Von vielen Bildern her kannten wir den That Luang - jetzt konnten wir ihn wirklich sehen. In der Realität ist die goldene Stupa, die sich majestätisch in den Himmel erhebt, noch beeindruckender. Die Stupa ist Nationalsymbol und das bedeutendste religiöse Monument des Landes. Buddha selbst soll den Ort besucht und den Bau eines Reliquienschreins vorausgesagt haben. Im 3. Jahrhundert v. Chr. errichtete der indische König Ashoka nach lokalem Glauben an dieser Stelle eine Stele über einem Haar oder Knochen des Buddha. Beweisen kann man auf alle Fälle, dass sich hier zur Zeit des Angkor-Reiches ein Steintempel und ein Teich befunden haben.

Mit der Verlegung seines Königreichs von Luang Prabang nach Vientiane, initiierte König Setthathirat eine rege Bautätigkeit, in dessen Rahmen auch der That Luang errichtet wurde. Angeblich ist die Stupa mit 1000 Pfund Blattgold beschichtet. Ein wirklich beeindruckender Ort, den selbst die Siamesen nicht gänzlich zerstört haben. Rund um den That Luang gibt es noch 4 Vats - auch alle sehenswert. Das älteste erhaltene Kloster der Stadt ist Vat Sisaket. Die Siamesen verschonten diesen Tempel 1828, als alles andere zerstört wurde, um ihn als Lager für ihre Truppen zu nutzen. Auf dem Gelände stehen noch einige alte Schreinbauten und der Sim ist von einem Wandelgang umgeben. Solche Wandelgänge sieht man eigentlich eher in den wichtigsten Vats Bangkoks. Insgesamt werden im Vat Sisaket mehr als 10.000 Buddhafiguren aufbewahrt, die meisten im Wandelgang. Wir waren kurz vor Lao-New-Year in der Stadt und im Vat Simuang ging es recht lebhaft zu. Natürlich gehört auch zu diesem Vat eine Legende. Als König Setthathirat Vientiane 1560 zur Hauptstadt erklärte, ließ er hier die Stadtsäule aufstellen. Eine schwangere Frau Namens Si soll sich zuvor in die Baugrube gestürzt haben, um sich der Stadt zu opfern. Heute ist der Vat Anziehungspunkt für schwangere Frauen, die um eine leichte Niederkunft bitten. Geht der Wunsch in Erfüllung, bringen sie zum Dank Tagetes, Räucherstäbchen, Kokosnüsse und Bananen. Der Wat Ho Pha Keo ist kein aktiver buddhistischer Tempel. Nach dem Umzug der Hauptstadt nach Vientiane wurde das Gebäude errichtet, um den mitgeführten Pha Keo - den Jadebuddha - aufzunehmen. Als die siamesischen Truppen im Jahr 1779 die Stadt eroberten, brachten sie das Heiligtum in ihrem Besitz, das Holzgebäude des Wat Ho Pha Keo wurde zerstört. Nachdem das Gebäude nochmals wieder aufgebaut und wieder zerstört wurde, macht man es nach dem letzten Aufbau 1942 zum Museum für nationale Kunstschätze. Auch wenn die Ausstellung etwas unaufgeräumt wirkt, hier gibt es wirklich sehenswerte Stücke zu sehen.

Wohl kaum ein Besucher Vientianes wird sich den Patou Say, den gewaltigen Triumphbogen, entgehen lassen. Ursprünglich diente das 1960 errichtete Tor den "Helden der königlichen Armee". Die kommunistische Regierung gab dem ganzen erst einmal gar keinen Namen; erst zum 20. Jahrestag der Machtergreifung erhielt der Triumphbogen eine neue Widmung - "Den Helden des 23. August 1975". Bis heute ist das Bauwerk nicht wirklich fertig gebaut und hat noch einen anderen Beinamen - "Denkmal der Plünderer der Staatskassen". Auf der Plattform bietet sich aber ein wirklich toller Rundblick über Vientiane.

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Aufgrund der Trockenzeit während unseres Besuches, war der Mekong hier nur noch sehr schmal. Dafür gab es ein breiten Sandstrand. Am Ufer des Flusses gibt es unzählige Restaurants, in den meisten kann man sehr gut Essen, den Sonnenuntergang genießen und den Tag Revue passieren lassen. Wir brauchen, glaube ich, nicht zu erwähnen das die Stadt noch erheblich mehr Vats und andere Sehenswürdigkeiten hat. Aber davon vielleicht beim nächsten Mal.