Vang Vieng

Nach einer letzten Nacht in Luang Prabang sollte es nach Vang Vieng gehen. Der Weg führte uns über eine der schönsten Strecken des Landes. Es ging über Pässe an knapp 2000 m hohen Bergmassiven vorbei, die Straße schlängelt sich die Berge entlang. Immer wieder eröffnen sich geniale Ausblicke über die Täler. Trotzdem haben wir nicht ein Foto gemacht. Die Brandrodung ist in Laos leider noch an der Tagesordnung. Gerade im April werden neue Felder hergerichtet. So war leider die Luft so von Rauch durchsetzt, die Sicht war doch erheblich eingeschränkt. 

Es fahren regelmäßig Busse die Strecke ab, aber wir wollten dann doch nicht über Stunden so eng sitzen. Ausserdem wollten wir anhalten können, wenn wir es wollten. In Laos kann man allerdings kaum (oder gar nicht) selbst ein Auto mieten, das geht nur mit Fahrer. Leider können die Fahrer alles, aber kein Auto fahren. Es bedarf, gerade im Gebirge, schon einiger Nerven. Wenn dann das 5. Mal versucht wird bei ca. 15 % Steigung im 4. Gang die Haarnadelkurve zu nehmen, der Fahrer wieder überaus verwundert ist, dass der Wagen abgesoffen ist, dann kann man schon mal einen leichten Koller bekommen. Aber am Ende des Gebirges, schon in der Nähe von Vang Vieng, gibt es zum Gedenken der vielen Verkehrstoten, einen kleinen Tempel. Neben den Fahrer stifteten auch wir ein paar Zigaretten als Dank an Buddha. Vorsicht vor den Fahrern - es gibt zwar so was wie einen Führerschein - wir sollten später aber noch intensiver erfahren, wie wenig die Fahrer die Technik des Fahrzeuges im Griff haben.

Die Stadt Vang Vieng selbst ist eigentlich nicht sehr aufregend. Sie liegt in einem langgestrecktem Tal, das vom Nam Song durchflossen wird. Mitten im Tal ragt eine Kette bizarrer Kalksteinfelsen auf, in denen es eine größere Anzahl von Höhlen gibt. Bedingt durch die Höhenlage ist es hier schon erheblich kühler als in Vantianne, daher ist der Ort auch ein beliebtes Ziel der "Großstädter" als Kurzurlaub, z. B. für ein verlängertes Wochenende. Im Ort gab es zu Zeiten des 2. Indochinakrieges einen Flugplatz der von der CIA genutzt wurde (eine Flugplatz von vielen). Heute dient das Rollfeld als Busstation und ist Platz für erste Fahrübungen mit Roller oder Auto. Hauptsächliche die Höhlen in den Kalksteinfelsen sind Ziel der vielen Touristen, die die Stadt mittlerweile heimsuchen. Um zu den Höhlen zu gelangen, muss man den Nam Song überqueren. In der Trockenzeit ist dies leicht über eine der vielen provisorischen Brücken möglich.

Wir hatten leider nur eine Nacht in Vang Vieng und am nächsten Morgen nur Zeit eine einzige Höhle zu besuchen. Wir gingen in die am leichtesten zugängliche Tham Tjang. Der Aufstieg geht bequem über eine Treppe. Der Boden der Höhle ist betoniert und die Höhle ist ausgeleuchtet. Von einer Felsöffnung in luftiger Höhe bietet sich ein überwältigender Blick über das Tal. Es gibt in der Gegend aber noch weitaus spektakulärere Höhlen - die müssen wir uns wohl bei unserem nächsten Besuch ansehen. Man kann durchaus 1 - 3 Tage in Vang Vieng abenteuerlich verleben. Unsere Reise sollte dieses Mal aber schnell weiter gehen - Richtung Vantianne.