Usedom

Es geht nach Mecklenburg-Vorpommern auf die zweitgrößte Insel Deutschlands. Die Insel in 445 Quadratkilometer groß und ist mit durchschnittlich 2.000 Sonnenstunden im Jahr zugleich eine der sonnigsten Urlaubsregionen Deutschlands. Die Insel wartet mit 40 Kilometern traumhafter Strände auf, bekannt ist sie aber auch wegen der traditionsreichen Seebäder und ein naturbelassenes Hinterland. Der richtige Ort um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Viel wird und wurde getan um die "Wilhelminische Bäderarchitektur" des vorigen Jahrhunderts zu erhalten. Die Dünen, verbunden mit den weißen Villen ergeben ein prächtiges Bild.

Als der Badetourismus auf der Insel Usedom in den 1920er Jahren begann war es ein Privileg der betuchten Gesellschaft, sich einen Urlaub an der Ostsee leisten zu können. Wenn man für einige Wochen an die Ostsee kam, wollte man natürlich auf keinen Luxus verzichten. So entstanden in den Seebädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin viele Villen und Herrschaftshäuser, die heute als Bäderarchitektur bezeichnet werden. Da die meisten Villen im Bauboom der Kaiserzeit entstanden, werden die einstmals kleinen Fischerdörfer heute noch als "Drei Kaiserbäder" bezeichnet.

      

Wir waren über ein Wochenende zu Besuch auf Usedom. Einfach einmal ein paar Tage ausspannen. Wir fanden Unterkunft in Ahlbeck, der östlichste Ort auf der deutschen Seite der Insel Usedom. Bereits um 1900 gab es viele Ferienquartiere und Badeanstalten, damals noch für Frauen und Männer getrennt. Eine Attraktion in Ahlbeck ist die historische Seebrücke. Dazu die liebevoll sanierten Häuser im Stil der Bäderarchitektur. Wir hielten uns im Herbst auf Usedom auf, die Sonne lachte, aber es waren nicht mehr so viele Touristen vor Ort. So konnten wir schön den Strand entlang spazieren.

Nach einiger Zeit erreichten wir Heringsdorf. Hier begann 1825 der Badebetrieb. Auch hier säumen Ferien-Villen, die schon zu Kaisers-Zeiten erbaut wurden, den Weg und bieten Urlaubern ein besonderes Ambiente. Auch in Heringsdorf gibt ein eine weit in die Ostsee reichende Seebrücke mit Restaurant. Schon seit über 200 Jahren sind die Kaiserbäder ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel für die Hauptstädter und daher werden die Kaiserbäder auch als die "Badewanne Berlins" bezeichnet. 

Wir marschierten weiter und kamen zu dem Ort Basin, der den westlichen Teil der Gemeinde Heringsdorf biled. 1256 wurde Bansin unter dem wendischen Namen "Banzino" das erste Mal urkundlich erwähnt. Bansin ist also der dritte Ort der "Drei Kaiserbäder" und wurde 1897 bebaut. Zuerst wurde eine Badeanstalt gebaut, mit Zunahme des Tourismus entstanden immer mehr Hotel, Pensionen und Ferienhäuser. Auch Bansin verfügt über eine eigene Seebrücke. 1997 bekam der Ort den Namen Ostseeheilbad verliehen. Der breite, feinsandige Strand ist nur wenige Gehminuten von den Unterkünften entfernt.

Wir unternahmen auch eine kleine Landpartie und besuchten das Wasserschloss Mellenthin. Die 1575 erbaute Schlossanlage liegt mitten im Naturpark Insel Usedom. Das Wort "Mellenthin" stammt aus dem slawischen und bedeutet "Mittelpunkt". Das Schloss liegt also mitten auf der Insel Usedom. Im rechten Seitenflügel des Schlosses ist eine Brauerei untergebracht. Angeboten werden ganzjährig selbstgebrautes Mellenthiner Hell & Mellenthiner Dunkel. Hinzukommen, je nach Lust und Laune des Braumeisters, weitere Sorten wie Mellenthiner Weizen, Bock, Eisbock, Rauch, Schwarz und Alt.

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In der ehemaligen Schlosshofkapelle befindet sich die "Erste Usedomer Kaffeerösterei". Hier wird der Kaffee noch als Genußmittel behandelt. Es wird Rohkaffee aus aller Welt in einer altmodischen Trommelröster geröstet. Wir haben den Kaffee probiert - wirklich ein Hochgenuss.