Udong

Mit dem Auto gingen die ersten Touren in das ländliche Kambodscha.

Udong (auch oder Odong oder Udon trankribiert) liegt in der Provinz Kampong Speu. Bevor König Norodom Phnom Penh zur Hauptstadt machte, war Udong die Hauptstadt Kambodschas. Sie liegt am Fuße des Doppelhügeös Phnom Oudong. der von historischen buddhistischen Stupas bekrönt ist, die die Hauptattraktion diesen Weltkulturerbe-Aspiranten sind. Die Stupas (Chedis) stellen eine Art Totenstadt für die alten Könige dar. Die Stadt wurde 1601 von König Srei Soryopor gegründet, auch als Barom Reachea IV. bekannt, nachdem Thai die frühere Hauptstadt Lovek angegriffen hatten. 1618, als die neue Stadt zum ersten Mal Hauptstadt wurde, erhielt es offiziell den Namen Oudong Meanchey, "Oudong" ist abgeleitet vom Sanskrit-Begriff "uttunga", der "zuoberst" oder "siegreich" bedeutet. Viele kambodschanische Könige der folgenden zweieinhalb Jahrhunderte, wenngleich nicht alle, wurden in Oudong gekrönt, der letzte von ihnen war der oben bereits erwähnte König Norodom, der die Oberherrschaft der Franzosen anerkannt hatte und den königlichen Hof auf deren Wunsch verlegte.

Hunderte von Pagoden wurden in dieser Region errichtet. Die meisten unter der Regierung von King Ang Duong (1841 - 1850). Die Roten Khmer zerstörten systematisch alle Pagoden, da ein königliche Begräbnisstätten der Feudalzeit angehörten. Der größere Hauptkamm des Zwillingshügels heißt Phnom Preah Reach Throap, was "Hügel des Königlichen Reichtums" bedeutet, da ein König des 16. Jahrhunderts hier den Nationalschatz während eines Kriegs mit den Thai versteckt haben soll. Es werden Geschichten erzählt, wonach alle Schätze Kambodschas in einer großen Höhle unter Arthaross Tempel verwahrt wurden. Ein chinesischer Kaiser entsandte Kundschafter in verschiedene Teile Asien um potenzielle Bedrohungen auszumachen. Diejenigen, die Udong sahen, berichteten von dem Reichtum und nahmen an, dass die Khmer beginnen würden die Welt zu regieren, wenn eine riesige Naga-Schlange sich aus den Höhlen von Udong erheben würde. Daraufhin baten die Chinesen die Khmer, einen Tempel über dieser Höhle zu errichten mit einem Buddha, der nach China blicken sollte. Dadurch sollte verhindert werden, dass es erobert wird. Das war der Grund, warum die Khmer diesen nach Norden ausgerichteten Tempel, wohingegen Buddhafiguren normalerweise nach Osten ausgerichtet sind, errichteten.

Am Fuße des Treppenaufgangs, der auf den Hügelkamm führt, gibt es eine Gedenkstätte für Anwohner, die Opfer des Pol Pot Regimes wurden, sie enthält Knochen aus fast hundert Massengräbern im Raum Oudong, jedes davon enthielt etwa ein Dutzend Leichen. Wandmalereien im Pavillon daneben stellen die Gräueltaten der Roten Khmer dar.Am oberen Ende der Treppe steht ein moderner Tempel, der eine originale Buddha-Reliquie enthält, das Augenbrauen-Haar war eine Gabe, die hierher 2002 aus einem Stupa nahe dem Bahnhof von Phnom Penh verbracht wurde. Das Innere des neuen Tempels hat mehrere Stockwerke überfüllt mit wörtlich Tausenden von Buddhastatuen.

Auf dem Weg nach Udong kommt man an Dörfern vorbei, in denen das Silberschmiede-Handwerk wieder auflebt. Viele Dorfgemeinschaften leben von dem Verkauf ihrer Arbeiten an Touristen. Mann kann bei der Herstellung zuschauen, irgendeiner kann  etwas Englisch, so bekommt man alles erklärt. Hauptziel unseres Ausflugs war aber Udong. Schon von weitem sieht man die Hügel, an deren Fuß sich die kleine Stadt befindet. Udong war einmal die Hauptstadt von Kambodscha. Auf den Hügeln stehen Stupas, Heiligtümer, Pagoden und eine Moschee. Auch hier wurde viel von den Roten Khmer zerstört. Trotzdem ist noch viel zu sehen, viel ist wieder aufgebaut worden. Im Eingangsbereich gibt es die Möglichkeit sein Mittagessen in Picknickform zu sich zu nehmen (bringt Spaß).