Trier

Wer wollte nicht die älteste Stadt Deutschlands besuchen? Wir denken, so ein Besuch gehört einfach zu einer Tour durch Deutschland. Vor mehr als 2000 Jahren wurde die Stadt unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet. Das ist der Grund, warum Trier den Titel "älteste Stadt Deutschlands" für sich beansprucht. Ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts nannte sich die Stadt dann Treveris. Die Stadt Trier wurde erstmals 1105 in den Gesta Treverorum schriftlich genannt. Trebeta, der Sohn des Assyrerkönigs Ninus, soll Trier 1300 Jahre vor der Entstehung Roms gegründet haben. Darauf weist auch die Inschrift aus dem Jahre 1684 am Roten Haus am Trierer Hauptmarkt hin: „ANTE ROMAM TREVERIS STETIT ANNIS MILLE TRECENTIS. PERSTET ET AETERNA PACE FRUATUR.“ („Vor Rom stand Trier tausenddreihundert Jahre. Möge es weiter bestehen und sich eines ewigen Friedens erfreuen.“).

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Ein ehemaliges römisches Stadttor, die Porta Nigra - lateinisch für Schwarzes Tor - ist ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Von den Einwohnern wird die Porta Nigra meist nur als "Porta" bezeichnet. Im Mittelalter lautete ein anderer Name Porta Martis - Tor des Mars. Es gab eine Zeit, da bauten die Römer öffentliche Gebäude gerne aus großen Quadern. Dies war so etwa um 180 n. Christus. Die Quader wurden von mühlengetriebenen Bronzesägen zurechtgeschnitten, einige Sägespuren sind noch sichtbar. Mörtel benutzten die damaligen Maurer nicht. Vielmehr wurden je zwei Steine durch horizontale Eisenklammern, die in Blei gegossen wurden, verbunden. Eine Klammer ist noch im Inneren des Tores nahe der östlichen Wendeltreppe sichtbar. Von außen sieht man noch Rostspuren vieler ehemaliger Klammern. Die meisten sind jedoch verschwunden, mit Mittelalter meißelte man tiefe Löcher, um das Metall zu rauben und einzuschmelzen. 

Die Steinquader entgingen dem Recyclingschicksal, da sich nach 1028 der griechische Mönch Simeon als Einsiedler in den Ostturm der Porta Nigra einmauern ließ. Nach seinem Tod 1035 wurde er im Erdgeschoss bestattet und heiliggesprochen. Ihm zu Ehren ließ Erzbischof Poppo von Babenberg in das römische Tor zwei übereinanderliegende Kirchen einbauen, die erst 1804-1809 auf Napoleons Befehl hin abgetragen wurde. Im Inneren sind Spuren der Doppelkirche, römische Steinmetzzeichen und Datumsgraffiti zu sehen; die Aussichten auf Stadt und Tal sind bemerkenswert.

Ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe sind die Kaiserthermen in Trier. Es handelt sich hier um die Überreste einer großflächigen römischen Badeanlage. Die aufrecht stehenden Teile der Ruine, die verschütteten Räume und die Mauern der Vorgängerbauten gehören zu den wichtigsten bisher bekannt gewordenen Bauten der Stadt. Die Mauern des Warmbades (Caldarium) zählen zu Recht zu den städtischen Wahrzeichen.

Nach Meinung der Historiker wurde die Badeanlage jedoch nie genutzt, da der Kaiser kurz vor ihrer Vollendung im Jahr 316 aus der Augusta Treverorum, so hieß Trier damals, wegzog. Der Bau wurde später umgestaltet und diente u.a. als Teil der heute kaum mehr vorhandenen mittelalterlichen Stadtmauer. Nur ein Teil der ursprünglichen Badeanlage ist somit erhalten. Von der einstmals riesigen Anlage (145 mal 260 Meter) ist zum einen das weitläufige Kellergeschoss zur Bedienung der Badenden erhalten und begehbar: In diesen labyrinthischen Gängen sorgten die Sklaven für ständig heißes und sauberes Wasser. Neben einstigen Abwasserkanälen kann außerdem das Mauerwerk des Warmbadesaals bestaunt werden. 

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Das imposante Amphitheater ist um 100 n. Chr. entstanden und damit das älteste der erhaltenen römischen Bauwerke Triers. Die inzwischen mit Gras bewachsene Ruine war bis Anfang des 5. Jahrhunderts Schauplatz für Kampf- und Gladiatorenspiele, mit Rängen für 20.000 Zuschauer. Etwas außerhalb des römischen Stadtkerns wurde das antike Amphitheater in den Westhang des Petrisbergs hineingebaut. Erst kämpften hier Menschen und Tiere, wurden Musik und Theater gespielt. Doch die Arena erfuhr eine wechselvolle Geschichte: früher eine ummauerte Wallanlage, später zur Befestigungsanlage der Stadt gehörend, wurden die Torbauten und das übrige Mauerwerk im Mittelalter als Steinbruch genutzt.

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In der Mitte des Amphitheaters führen Treppen zu dem begehbaren Keller mit der Stützenkonstruktion aus Holz. In dem halbdunklen, modrigen Raum sollen die benötigten Requisiten für die oft blutigen Schauspiele und angeblich auch die Leichen gelagert worden sein. Die alten Kanäle dort unten nehmen noch heute das Regenwasser auf und leiten es in den nahen Bach des Stadtteils Olewig. 

Das Kurfürstliche Palais unmittelbar neben der Basilika gilt als einer der schönsten Rokoko-Paläste der Welt. Bereits 1615 ließ Kurfürst Lothar von Metternich die heutigen Nord- und Ostflügel errichten, West- und Südflügel entstanden unter Philip Christoph von Sötern, abgeschlossen wurde der Bau schließlich von Caspar von der Leyen. Den besonders schöne Südflügel, den man heute vom Palastgarten aus bewundern kann, ließ Erzbischof Johann Philipp von Walderdorff um 1756 von Johannes Seiz errichten. Die Skulpturen stammen aus der Hand des Bildhauers Ferdinand Tietz. Besonders sehenswert ist die wunderschöne Rokoko-Treppe im Südflügel, ebenfalls von den Künstlern Seiz und Tietz erschaffen. Angeschmiegt an das Kurfürstliche Palais die sogenannte Basilika - der Thronsaal Kaiser Konstantins - ist der größte Einzelraum, der aus der Antike überlebt hat. Die Römer wollten durch die Architektur Größe und Macht des Kaisers ausdrücken, was Ihnen hier besonders eindrucksvoll gelang: die riesige Halle ist so groß, dass ein 7-Sekunden-Nachhall auf die große Orgel antwortet! 

Die frühgotische Liebfrauenkirche wurde 1235 bis 1260 an der Stelle einer römischen Basilika errichtet. Eine Rundkirche mit kreuzförmigen Gewölben und 12 Säulen mit Bildern der Apostel. Nur von einem Punkt in der Kirche sind alle Apostelbilder zu sehen. Der südliche Teil der einstigen Doppelkirche wurde um 1200 abgerissen und vollständig ersetzt durch die Liebfrauenkirche. Diese bildet mit dem direkt benachbarten, erhaltenen Dom eine geschlossene Gebäudegruppe, was u.a. in einem gemeinsamen Kreuzgang (13. Jh.) mit schönen Arkaden zum Ausdruck kommt. 

Der gegenwärtige Trierer Dom steht über einer ehemaligen konstantinischen Palastanlage. Nach Konstantins letztem Aufenthalt in Trier 328/29 wurde der Palast niedergelegt und 330 durch die größte christliche Kirche der Antike überbaut. Diese war etwa viermal so groß wie der heutige Dom und bedeckte die Fläche von Dom, Liebfrauen, Domfreihof und anstehenden Häusern mit Gärten und reichte damit fast bis zum Hauptmarkt. Der heutige Dom enthält noch einen römischen Kern mit Originalmauern bis zu einer Höhe von 25,88 m. Das riesige Fragment einer Granitsäule neben dem Eingang zum Dom deutet ebenfalls auf den römischen Ursprung des Gotteshauses. Nach Zerstörungen im 5. und im 9. Jahrhundert wurde der intaktgebliebene Kern durch romanische Anbauten wieder erweitert - heute zeigt der Dom mit seinen drei Krypten, seinem Kreuzgang, der Domschatzkammer und der Heiltumskammer Architektur und Kunst aus einer Zeitspanne von über 1650 Jahren.

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Es gibt soviel in Trier zu entdecken - die Stadt ist also immer eine Reise wert.