Spinalonga

Ein kleines Festungs-Eiland, das offiziell Kalidon heißt. Wie schon erwähnt, kann man eine tolle Bootstour von Ágios Nikólaos aus machen. Das Schiff legt so gegen 11.00 h im Hafen ab, fährt die Küste gen Norden, hält unterwegs zum Schwimmen und Schnorcheln. Eine ausgiebige Besichtigung von Spinalonga gehört zum Programm. Sämtliche Erklärungen werden in drei Sprachen gegeben. Bemerkenswert für uns, die äußerst engagierte Führung und Erklärungen zur Geschichte der Festung. Man kann allerdings auch von Plaka, direkt gegenüber der Insel, eine kleine Fähre nehmen (fährt jede Stunde - bzw. wenn das Boot voll ist). 

Um 1579 wurde die kleine Felsinsel zu einem venezianischen Kastell ausgebaut, um die Einfahrt in den Golf von Mirambéllou zu kontrollieren. Die Festung wurde so gut gebaut, dass die Türken 45 Jahre brauchten, um den Stützpunkt von den Venezianern zu übernehmen. Nach der türkischen Besatzung siedelten einige muslimische Familien auf der Insel.

903 wurde dann von Prinz Georg entschieden, die Insel als Leprastation für Aussätzige von Kreta und ganz Griechenland zu nutzen. Zunächst wurden die Lepra-Kranken aus ganz Kreta, später aus ganz Griechenland, auf die Insel gebracht. Viele kamen auch freiwillig, da man hier nicht in irgendeiner Höhle vor sich hinwegetieren musste. Die Kranken rekonstruierten die Häuser und Zisternen, bauten auf Ruinen neu und arbeiteten als Bauern oder Handwerker, bis sie von der schrecklichen Krankheit zu geschwächt waren. Es wurden Ehen geschlossen, sogar Kinder geboren (wobei die gesunden Kinder sofort in Waisenhäuser auf dem Festland kamen). Einen offiziellen Arzt gab es lange Zeit nicht - erst später siedelte sich einer auf der Insel an. Die einzige Verbindung zur Außenwelt war die Fähre nach Plaka, dessen Bewohner das notwendigste zur Insel brachten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Strom verlegt und eine Desinfektionskammer eingerichtet, so dass auch der Besuch von Angehörigen möglich wurde. In den 50er Jahren wurde dann ein wirksames Mittel gegen Lepra entwickelt - 1957 wurde die Leprakolonie aufgelöst. 

Traurig ist die Erkenntnis, dass es trotzdem heute noch auf der Welt ca. 2 Millionen Leprakranke gibt. Es kostet aber nur ca. EUR 50,00 diese Krankheit zu behandeln.