Siem Raep / Angkor Wat

Aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Tonle Sap mussten wir eine kleine Etappe (4 Stunden) mit dem Speedboot bis Siem Reap zurücklegen. Die Anfahrt zur Stadt führt durch ein schwimmendes Dorf, dann kommt man zum Anleger. Je nach Wasserstand ändert sich die Dauer der Einfahrt, somit auch die Position des Anlegers. Siem Reap dient als Basis für die Erkundung der Tempelanlagen von Angkor. Insgesamt umfasst die Fläche von Angkor rund 232 qkm. Man kann so viel sehen, die eingeplante Zeit, die man hier verbringen möchte um die Tempelanlagen zu besichtigen, scheint immer zu kurz. In Siem Raep vermisst man als Tourist einfach gar nichts - das Touristenzentrum Kambodschas. Viele Straßen der Stadt waren bei unserem Besuch noch nicht befestigt - entsprechend staubig war es. Zahllose Restaurants gibt es in der so genannten "Pub-Street" (versteht jeder Moto-Fahrer). Wir hatten schon viele lokale Speisen probiert - hier lernten wir eine kambodschanische Variante des Fondue kennen - Sop chhnang day.

Über die Tempel gibt es massenweise Bücher. Daher beschreiben wir die einzelnen Tempel hier nicht. Was für eine großartige Kultur ist hier untergegangen? Angkor Wat mit seinen unendlichen Reliefbildern (fast schon eine Zeitung), genauso wie am Bayon. Der Bayon beeindruckt noch mit seinen vielen Türmen, jeder mit einem Gesicht zu jeder Seite - man fühlt sich ständig beobachtet. Es gibt so viele Tempel in dem Areal von Angkor - man kommt spätestens am zweiten Tag durcheinander. Viele haben wir besichtigt, jeder hatte etwas besonderes. Am besten hat uns der Ta Prohm (der Dschungeltempel) gefallen. Nicht komplett restauriert, teilweise noch vom Dschungel überwachsen. Bewusst gehen wir hier nicht im einzelnen auf die Architektur, kulturelle Bedeutung etc. der einzelnen Tempel ein. Das würde den Rahmen dieser Homepage dann doch sprengen.

Der Tonle Sap ist der größte See Südostasiens. Je nachdem, welche Jahreszeit es hat, variiert seine Fläche zwischen 2.700 bis 25.000 Quadratkilometer. Vom Norden wird der Tonle Sap vom Tonle Sap Fluss und vom Siem Reap River gespeist, während im Süden nur der Tonle Sap Fluss austritt, der in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh in den Mekong mündet. Der Mekong, der Tonle Sap Fluss und der Tonle Sap See spielen eine zentrale Rolle, wenn sich alljährlich im Juni ein weltweit einzigartiges Naturphänomen abspielt. Durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya und aufgrund der Monsunregenfälle führt der Mekong während der Regenzeit im Juni vier Mal mehr Wasser als in der Trockenperiode. Aufgrund des immensen Wasserdrucks wechselt der Tonle Sap Fluss seine Fließrichtung mit der Konsequenz, dass sich der Tonle Sap See mit Wasser füllt und auf das Vierfache seiner sonstigen Fläche anschwellen kann. Während der trockenen Jahreszeit weist seine Oberfläche bis zu 3.000 Quadratkilometern auf, die in der Regenzeit auf bis zu 10.400 Quadratkilometer und einschließlich der umliegenden Flusslandschaften sogar bis auf 25.000 Quadratkilometer wachsen kann. Nicht nur flächenmäßig nimmt der Tonle Sap dann gigantische Ausmaße an. Das gilt auch bezüglich seiner Tiefe, die regulär zwei bis drei Meter beträgt und sich in der Regenzeit auf 14 Meter erhöhen kann. Die Überflutungen erreichen ihren Höhepunkt im September, wo knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Kulturfläche Kambodschas von den Wassermassen bedeckt sein kann. Erst im November führt der Mekong mit dem Ende der Regenzeit weniger Wasser, sodass der gewaltige Druck auf den Tonle Sap Fluss sinkt mit der Folge, dass er die Fließrichtung wieder ändert. Dieses Ereignis feiern die Kambodschaner mit dem Wasserfest, dem Bon Om Touk, das gleichzeitig der Beginn der Fischereisaison ist.