Sacsayhuamán

Bei Sacsayhuamán handelt es sich um einen recht großen Ruinenkomplex im Norden von Cusco, hoch über der Stadt gelegen. Obwohl es einen sehr schönen Fußweg gibt, haben wir das Taxi genommen, wir waren von den vielen Wanderungen die Tage davor noch recht kaputt. Die gesamte Anlage gehört mit zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auch über Sacsayhuamán gibt es diverse Theorien, wozu die Anlage eigentlich gedient hat.  Sehr häufig wird von einer Festung gesprochen, die den Zugang nach Cusco schützen sollte. Während der spanischen Eroberung sollen sich hier auch Hunderte von Inka-Kriegern verschanzt haben. Bei der Eroberung selbst ist dann ein großer Teil der Anlage zerstört worden. Viele Steine wurden zum Bau der Kathedrale und der Kirchen verwendet. Später taten Erdbeben ihr Übriges, so dass heute nur noch etwas ein Drittel der Anlage erhalten geblieben ist. Zwischen den beiden Hügeln der Anlage weiden immer Lamas (oder waren es jetzt Alpakas?). Als wir hier längs schlenderten, waren die sich gerade ganz gewaltig am streiten. Meine Güte, die können aber giftig werden. Hoch aufgerichtet wurde sich kräftig angespuckt und getreten. Irgendwann kam dann ein Aufseher und brachte die Tiere auseinander.

Gegen eine Festung spricht allerdings die Bauform vieler Teile der Anlage. Diese Bauweise hat man ansonsten immer bei Heiligtümern gefunden. So gibt es Nischenplätze, kreisförmige Arenen von etwa 100 m Durchmesser und ausgebaute Treppen in einzelstehenden Felsblöcken. Repräsentativ muss die Anlage ausgesehen haben und die Inka haben damit ihre Leistungsfähigkeit einmal mehr unterstrichen.  Man schätzt, die Anlage wurde ca. im 15. Jahrhundert erbaut. Alles in allem sollen rund 20.000 Menschen am Bau beteiligt gewesen sein. Den Namen, Sacsayhuamán kann man übersetzen mit "zufriedener Falke". Eine Ableitung aufgrund des genialen Ausblickes über die Stadt Cusco, mit ihrem heute rotbraunen Dächermeer. Aber es gibt noch eine andere Übersetzung, die dann "gesprenkelter Kopf" heißt. Die Straßenzüge von Cusco bilden ja den Körper eines Pumas, die Anlage bildet den Kopf und hat, aus der Luft gesehen, auch die Form einen Pumakopfes.

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Auch Sacsayhuamán ist terrassenförmig angelegt. Die riesigen Mauern bestehen aus ebenso riesigen Steinblöcken, die aus einem 20 km entfernten Steinbruch herangeschafft wurden. Wobei die untere Mauer 9 m, die mittlere 10 m und die obere 5 m hoch sind, alle bei einer Länge von 600 m. Der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wiegt über 200 Tonnen. Wie die Inka mit derartigen Blöcken die Distanz von 20 km überwunden haben, ist bis heute nicht geklärt. Auf der oberen Ebene kann man die Überreste von drei Türmen erkennen, die mit unterirdischen Gängen miteinander verbunden sind. Wie schon in anderen Anlage gesehen, gibt es auch hier wieder eine ausgeklügeltes Be- und Entwässerungssystem. Einen Hügel weiter gibt es den Christo Blanco zu bestaunen. Einige riesige Christusstatue hält hier scheinbar Wacht über die Stadt und hält schützend die Arme darüber. Das ganze erinnert an Rio de Janeiro. Die Statue wurde der Stadt 1946 von der arabisch-katholischen Gemeinde geschenkt. Der Ausblick ist auf alle Fälle sehenswert und der Abstecher lohnt wirklich.