Rothenburg ob der Tauber

Für uns eine der schönsten Städte in Deutschland - Rothenburg ob der Tauber. Hier gibt es so viel zu entdecken, das glaubt man kaum. Der Weg führt durch enge gepflasterte Gassen, vorbei an kleinen Fachwerkhäusern, Kirchen und alte Gemäuer. Eine mittelalterliche Stadt mit einer unglaublichen Romantik. Sofort wird die Fantasie beflügelt. 

Die Stadtmauer mit vielen mächtigen Türmen wie dem Röderturm umgibt die gesamte Altstadt und ist sogar begehbar, was einem herrliche Ausblicke in das Taubertal und über die Sehenswürdigkeiten von Rothenburg ob der Tauber ermöglicht. Immer wieder ändert sich der Blickwinkel, scheinbar steht für jeden Stein eine Geschichte. Wenn man sie nicht kennt, tja - dann denkt man sich halt eine passende Geschichte aus. Man spürt förmlich das Mittelalter. Schon um 970 wurde auf der Bergnase über der Tauber eine Burg gebaut. Nach dem das Geschlecht der Grafen von Rothenburg ausgestorben war erwarb König Konrad III. den Besitz. Er erweiterte die Burg und neben der Burg entstand eine kleine Siedlung. Dies war der Beginn von Rothenburg. Rothenburg erhielt im Jahre 1172 das Stadtrecht und im Jahre 1272 wurde sie freie Reichsstadt. Um 1400 erlangt die Stadt unter Bürgermeister Heinrich Toppler den Höhepunkt ihrer Macht. In den folgenden Jahrhunderten erlitt die Stadt mehre schwere Niederlagen und musste Kriegsentschädigungen zahlen. Im 1802 verlor Rothenburg die Unabhängigkeit und wurde Bayern angegliedert. Im Jahre 1945 kurz vor Kriegsende wird vierzig Prozent der Stadt durch Bomben vernichtet. Dies war ein sehr schwerer Schlag für die Stadt. Besonders betroffen war das Gebiet zwischen Weißem Tor und Rödertor. Das zerstörte Gebiet wurde im ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut.

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Auch die Stadtmauer wurde im 2. Weltkrieg fast gänzlich zerstört. Mittels einer Spendenaktion wurde Geld für den Aufbau und Erhalt gesammelt. Tafeln, die beim Wiederaufbau in die Stadtmauer eingelassen wurden, zeugen von den Spenden, die aus aller Welt kamen. Die erste Stadtmauer wurde im Jahr 1172 gebaut. Aus dieser Zeit sind noch der Weiße Turm, der Markusturm und der Röderbogen erhalten. Am höchsten Punkt der Altstadt befindet sich der "Weiße Turm". Der Röderturm stammt aus dem 14. Jahrhundert, als man anfing einen neuen Mauerring zu bauen. Heute ist der Rödertum begehbar und in der Turmstube gibt es eine Ausstellung von Bildern und Dokumenten zur Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg. 

Ein Bau der besonderen Art ist das Rathaus von Rothenburg. Es besteht aus zwei Teilen. Der ältere Teil ist gotisch und dort befinden sich der Kaisersaal und der Rathausturm. Dieser Turm ist begehbar und der höchste Aussichtspunkt der Stadt. Der vordere Teil stammt aus der Renaissance und wurde in den Jahren 1572 – 1577 erbaut. Getrennt sind beide Gebäude durch einen Lichthof. Wenn ihr auf den Turm wollt, stärkt Euch vorher - aber nicht zu viel - denn der Ausstieg ist wahrlich nicht für zu mollige geeignet. Aber die Aussicht ist einfach genial.

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Gleich neben dem Rathaus findet man die Ratstrinkstube, die aus dem Jahr 1446 stammt. Die Trinkstube durfte früher nur von den Ratsherren betreten werden. Im hallenartigen Erdgeschoß stand die städtische Ratswaage. An der Fassade befindet sich die Kunstuhr mit der Darstellung des legendären Meistertrunks aus dem Jahre 1910. Bei dieser Geschichte geht es darum, dass der Altbürgermeister Nusch auf Befehl des Feldherren Graf Tilly einen 3,25 – Liter – Humpen auf einen Zug leerte und damit die Stadt vor der Zerstörung bewahrte. Markant sind noch am Giebel des Gebäudes die große Stadtuhr aus dem Jahre 1683 mit Datumsanzeige und die Sonnenuhr aus dem Jahre 1768. 

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Der St. Georgsbrunnen befindet sich am Ende des Marktplatzes gegenüber dem Rathaus. Er ist der größte Brunnen der Stadt und einer der Schönsten. Seine Tiefe beträgt 8 Meter und er hat ein Fassungsvermögen von 100000 Litern. Auf der Wappengeschmückten Brunnensäule sieht man den Ritter St. Georg – mit dem Drachen. 

Rolf bekam ich ja fast nicht mehr raus, aus dem Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt. Als bekennender Weihnachtsschmuck-Sammler war er im Paradies gelandet. Sind wir in Rothenburg ob der Tauber, dann sind wir auch im Weihnachtsdorf. Angeschlossen um begründet von der Familie Wohlfahrt, das Deutsche Weihnachtsmuseum. Wie auch im Weihnachtsdorf wird Weihnachten hier zu jeder Jahreszeit lebendig. Auf einer Fläche von 250 qm kann man Weihnachtsschmuck aus den verschiedensten Epochen sehen, sowie eine einzigartige Sammlung von Weihnachtsmännern, Papierkrippen, Adventskalendern, Wachsengeln, Weihnachtsbäumen uvm. Der angeschlossene Laden lädt zum Einkauf der verschiedensten Weihnachtssachen ein. 

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Das Mittelalterliches Kriminalmuseum in Rothenburg ob der Tauber ist das bedeutendste Rechtskundemuseum in Deutschland und das Größte seiner Art im europäischen Raum. Auf 4 Etagen erhält man einen Einblick in das Rechtswesen vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jhd.. Gezeigt werden die Entwicklung der Gesetzgebung, der Ablauf von mittelalterlichen Strafprozessen sowie alte Folterinstrumente. Erstaunlich erschreckend, was sich ein Mensch so alles einfallen lässt, um andere Menschen zu quälen. Wäre doch nur halb soviel Fantasie übrig, um genau das Gegenteil zu erreichen ..... wir hätten den Himmel auf Erden. Ich fand eigentlich nur die folgenden Büroregeln interessant:

  1. Gottesfurcht, Sauberkeit und Pünktlichkeit sind die Voraussetzungen für ein ordentliches Geschäft.
  2. Das Personal braucht jetzt nur noch an Wochentagen zwischen 6 Uhr vormittags und 6 Uhr nachmittags anwesend zu sein. Der Sonntag dient dem Kirchgang. Jeden Morgen wird im Hauptbüro das Gebet gesprochen.
  3. Es wird von jedermann die Ableistung von Überstunden erwartet, wenn das Geschäft die Begründung erscheinen lässt.
  4. Der dienstälteste Angestellte ist für die Sauberkeit der Büros verantwortlich. Alle Jungen und Junioren melden sich bei ihm 40 Minuten vor dem Gebet und bleiben nach Arbeitschluß zur Verfügung.
  5. Einfache Kleidung ist Vorschrift. Das Personal darf sich nicht in hell schimmernden Farben bewegen und nur ordentliche Strümpfe tragen. Überschuhe und Mäntel dürfen im Büro nicht getragen werden, da dem Personal ein Ofen zur Verfügung steht. Ausgenommen sind bei schlechtem Wetter Halstücher und Hüte. Außerdem wird empfohlen, in Winterzeiten täglich 4 Pfund Kohle pro Personalmitglied mitzubringen.
  6. Während der Bürostunden darf nicht gesprochen werden. Ein Angestellter, der Zigarren raucht, Alkohol in irgendeiner Form zu sich nimmt, Billiardsäle und politische Stellen aufsucht, gibt Anlass, seine Ehre, Besinnung, Rechtschaffenheit und Redlichkeit anzuzweifeln.
  7. Die Einnahme von Nahrung ist zwischen 11.30 Uhr und 12.00 Uhr erlaubt. Jedoch darf die Arbeit dabei nicht eingestellt werden.
  8. Der Kundschaft und Mitgliedern der Geschäftsleitung ist mit Ehrerbietung und Bescheidenheit zu begegnen.
  9. Jedes Personalmitglied hat die Pflicht, für die Erhaltung seiner Gesundheit Sorge zu tragen, Im Krankheitsfalle wird die Lohnzahlung eingestellt. Es wird daher dringen empfohlen, dass jedermann von seinem Lohn eine hübsche Summe für einen solchen Fall wie auch für die alten Tage beiseite legt, damit er bei Arbeitsunvermögen und bei abnehmender Schaffenskraft nicht der Allgemeinheit zur Last fällt.
  10. Zum Abschluss sei die Grosszügigkeit dieser neuen Büro Ordnung betont. Zum Ausgleich wird eine wesentliche Steigerung der Arbeit erwartet.

Bin ich froh, diese Zeiten sind vorbei.

Eine der bedeutendste Kirche der Stadt ist die St. Jakob Kirche. Die beiden Türme der Kirche prägen das Stadtbild. Erbaut wurde sie im 14. und 15. Jhd.. Besonders sehenswert ist der berühmte Heilig – Blut – Altar von Tilman Riemenschneider. Weiterhin ist der Zwölfbotenaltar von Friedrich Herlin beachtenswert und die wunderschönen Glasfenster. Die St. Wolfgangskirche ist eine spätmittelalterliche Kirche; eine ehemalige Wehrkirche. Sie wurde in die Befestigungsanlage am Klingentor einbezogen. Heute noch sichtbar sind die Schießscharten, die unterirdischen Kasematten und ein Verlies. 

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Die Gerlachschmiede befindet sich in der Nähe des Rödertores. Es ist eins der schönsten Fachwerkhäuser Rothenburgs. Sehenswert ist der Giebel mit den Fenstern und den bunten Wappentafeln. Noch unzählige Häuser, Anekdoten könnte man über Rothenburg ob der Tauber erzählen. Wir wollen hier nicht vergessen, der kulinarische Genuß kommt in dieser Stadt nicht zu kurz (geht aber bloß nicht in die überlaufenen Touristenlokale). Man muß zwar etwas suchen, aber es findet sich bestimmt für jeden Geschmack etwas. Also, ein wahr gewordener mittelalterlicher Traum ist diese Stadt und immer wieder eine Reise wert.