Playa Del Carmen

 

 

  Zu unserem "Hauptquartier" wählten wir Playa Del Carmen. Nur 45 Minuten von Cancùn entfernt war es damals noch nicht so sehr dem Massentourismus verfallen. Es war noch ein kleiner Badeort, auf dem Weg zum Massentourismus, aber noch gemütlich. Überhaupt gar kein Vergleich zu Cancùn mit seinen Massen an lauten Diskotheken, dem zubetoniertem Strand und lauten, jungen Amerikanern, die meinen hier die Sau rauslassen zu können. Der Strand ist fein wie Mehl und strahlend weiß, ideal, er vermittelt das Gefühl für Karibik.

Zurück zu den Mayas, die uns ja faszinierten. Die Halbinsel Yucatán, Teile von Guatemala, Honduras, El Salvador und Belize bildeten vor etwa zwei Jahrtausenden die Ur-Heimat der Maya. Dieses Volk, von dem wir heute nur ungenügend wissen, weil auf Anordnung des Bischofs Diego de Landa während der spanischen Conquista eine bedeutende Menge von Schriften vernichtet wurden, hinterließ uns nur geringe Möglichkeiten, ihren Ursprüngen, Lebensarten und Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Ein Rätsel bleibt, warum die Maya im Laufe der Jahrhunderte vom fruchtbaren Boden des Peténs (heute Guatemala) auf die Halbinsel Yucatán gezogen waren. Dort brach diese Kultur auf ihrem Höhepunkt zusammen, so dass die Spanier bei ihrer Ankunft zum größten Teil verlassene Zeremonialstätten vorfanden.

Gerade mal drei Codices, die heute in Museen von Dresden, Madrid und Paris aufbewahrt werden, geben uns Aufschluß über ihre Religion und über ihre mathematischen und astronomischen Kenntnisse. Alle anderen, die auch als Hexenwerk bezeichneten Schriftstücke, haben die Verbrennungen im 16. Jahrhundert nicht überstanden. Dabei war die endgültige Entzifferung wegen der z.T. schlecht erhaltenen Schriftzeichen lange Zeit nicht möglich. Große Durchbrüche in der Entschlüsselung wurden in den 90er Jahren gemacht (insbesondere durch die Zuhilfenahme von Computern), und es erstaunt nicht, wenn man hört, daß auch heute noch viele Stätten bzw. Bauwerke und andere Zeichen der alten Hochkultur in Mesoamerika vermutet werden. Man schätzt die allein auf der Halbinsel Yucatán noch nicht bekannten aber möglichen Fundorte auf über 500 Stück. Gründe dafür sind vor allem Geldmangel in der Archäologie und das rasche Überwuchern von Bauwerken mit Pflanzen, bedingt durch das tropische Klima. Selbst die so bekannten Orte wie Chichen-Itzá, Uxmal, Palenque oder Tikal lassen noch viele Fragen offen. Ganze Landstriche wurden mit dem Flugzeug abgeflogen auf der Suche nach noch unentdeckten Tempeln, die man Jahre später erst durch Zufall zu Fuß gefunden hatte. Die Mayas sind wohl die am höchsten ausgeprägte Hochkultur ganz Lateinamerikas gewesen. Im Gegensatz zu den Inkas und den Azteken haben sie höchst genaue Mathematik betrieben (sie rechneten z.B. noch vor den Ägyptern mit einer Null), eine ausgeprägte Schriftsprache gehabt und Sternbeobachtungen sowie Zeitmessungen betrieben, die uns noch heute in großes Erstaunen setzt.

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