Pisac - Valle Sagrado

Auch wenn wir heute hätten länger schlafen können, so um 6.00 h waren wir wach. Wir machten uns daran, unser Gepäck zu separieren. Die nächsten Tage wollten wir das Valle Sagrado - das heilige Tal der Inka - erkunden. Die Gegend zwischen Pisac und Ollantaytambo zählt zu diesem Tal, welches von dem Rio Urambamba durchströmt wird. Das teilweise bis zu 3 km breite Tal ist von größtenteils schneebedeckten Bergen umgeben. Das durch die Berge geschützte Tal hat extrem fruchtbare Böden weswegen schon die Inkas hier ihr landwirtschaftliches Zentrum hatten. Hier wurden diverse Nutzpflanzen angebaut und der Samen der besten Pflanzen wurde im gesamten Reich verteilt. Wir nahmen einen Bus, dieses Mal in Form eines Kleintransporters, und fuhren bis nach Pisac - hier sollte unsere Erkundung starten.

Durch eine geradezu atemberaubende Landschaft ging es in das heilige Tal. Erst ging der Weg aus dem Tal von Cusco heraus, dann eine Weile durch die Hochebene, zuletzt dann steil bergab bis auf gute 3.000 Meter, wo der Bus nach guten 45 Minuten in der Mitte von Pisac hielt. Wir schauten uns ein wenig um - Ziel war es, die Ruinen, gute 600 Meter oberhalb der Stadt zu besichtigen. Wir fanden ein Taxi und ließen den steilen Aufstieg zu Fuß (gehen war noch immer nicht so toll für mich). Oben angekommen, erst einmal Ticket vorzeigen, dann konnten wir die Besichtigung beginnen. Bei dieser Inka-Stadt, die auf einem Felsvorsprung gebaut wurde, soll es sich um ein Zeremonienzentrum handeln. Strategisch unglaublich gut gelegen, Angreifer hatten hier kaum eine Chance, ist alles von landwirtschaftlichen Terrassen umgeben. Einem ausgeklügelten Bewässerungssystem macht hier oben die Böden bis heute fruchtbar. Gleich am Anfang kommt man an den Überresten der Soldatenstadt vorbei. Ja, die einzelnen Häusergruppen, die sich hier oben auf den Bergkuppen verteilen, waren dem jeweiligen Stand zugeteilt.

Kaum um die eine Kuppe herum gegangen, sieht man im Hintergrund, an der Felswand des gegenüberliegenden Berges, lauter kleine Löcher. Es handelt sich hier um einen der größten Inka-Friedhöfe Perus. Rund 2.000 Gräber entdeckten die Archäologen in dieser luftigen Höhe, in denen zum Teil noch Mumien enthalten waren. Am dritten "Berggipfel" befinden sich die Überreste der Häuser der Farmer. In der Mitte sieht man einen alten Waschplatz. Hier mussten sich die Inka, die in den heiligen Tempelbereich wollten, erst einmal reinigen. Praktischerweise ist heute ganz in der Nähe eine Toilette (sauber!). Weiter geht es einen schmalen Pfad entlang durch die Überreste der Stadttore, bis es dann eine steile Treppe hoch geht und man durch einen Tunnel hindurch muss. Alles in schwindelerregender Höhe und der Pfad ist wirklich schmal. Dann blickt man auf das Tempelzentrum, in dem viele Mauerreste gut erhalten geblieben sind. Hier fanden die Wissenschaftler jenen Felsblock (Intihuatana: inti = Sonne, huatana = bezeichnet den Ort, der etwas festhält), wo dem Glauben der Inka zufolge, die Sonne angebunden war. Der Ort markierte genau die Mitte des Tempelbereiches. Die Mauerreste gehörten zu dem Tempel, zu Priesterpalästen und Mausoleen im typischen Inka-Baustil. Die tonnenschweren Blöcke waren ohne Mörtel aufeinander gesetzt, nur trapezförmige Durchgänge auf denen wiederum tonnenschwere Abdecksteine lagen, unterbrachen die Mauern.

Es wird auch angenommen, da der Felsblock eine exponierte Felsnadel aufweist, das es sich um ein Observatorium zur Vermessung der Sonnenbahn und zur Überprüfung des Sonnenkalenders gehandelt haben könnte. Die Archäologen werten diese Struktur als Pendant zum Inthihuatana von Machu Picchu. Fragt man die Menschen, die im Tal leben, so erklären diese einem, es handelt sich um einen Kalender, damit man wusste, wann man was zu säen hat - also eine Art landwirtschaftlichen Kalender. Noch heute werden hier oben Zeremonien abgehalten. Wir stiegen dann zu den ehemaligen Getreidespeichern hinab und gingen über die Terrassen wieder zurück zum Parkplatz. Auch hier im unteren Bereich gibt es noch ein gut erhaltenes Tor. Erst einmal mussten wir uns ein wenig ausruhen und genossen diesen fantastischen Ausblick, den wir einfach nicht auf ein Foto bekommen. Im Ort haben wir dann noch etwas gegessen, mittlerweile war es früher Nachmittag, dann machten wir uns auf die Suche nach dem Linienbus nach Urubamba.