Peru

 

1

Rolf schaut einfach zuviel Fernsehen. Eines Tages zeigte er auf den Bildschirm und sagte: "Da müssen wir mal hin." Gezeigt wurde eine Ruinenstadt, die unübersehbar in den Bergen lag. Frage meinerseits: "Wo um Himmels willen ist das?" "Na ja, das ist Madschu Pitschu." "Bitte was?" "Das kennt doch jeder, such mal, wie wir das am besten hin bekommen." Klare Ansage - und keinen Schimmer. Aber wofür gibt es das Internet und ach so berühmte Suchmaschinen. Ich gab also den Suchbegriff "Madschu Pitschu" ein und sogleich wurde die Maschine fündig. Meinten Sie: "pitschu" - hab ich eine Ahnung, drück einfach mal drauf. Es folgen so ungefähr 7.040.000 Ergebnisse. So fand sogar ich heraus, das liegt in Südamerika, genauer gesagt in dem Land Peru. Zum Glück werden ja auch Bilder mit angezeigt und es gab einen eindeutigen Wiedererkennungswert. Der erste Eintrag ist dann auch bei Wikipidia - Machu Picchu (auf deutsch auch Machu Pichu). Bevor ich mich aber jetzt schon mit Details Machu Picchu befasse, muss ich erst mal herausfinden, wie kommen wir am besten nach Peru, wann ist es am besten, was kann man da noch so machen. Einige Tage später, stolz berichtete ich was ich alles herausgefunden hatte, wurde aber gleich unterbrochen. Ähnliche Ergebnisse hatte auch Rolf erzielt. Ihm viel ein, davon schon einmal gelesen zu haben - Tim & Struppi im Sonnentempel gaben ihm fast die gleichen Informationen. Das zur Technik mit ihren Enzyklopädien und einem Comic (obwohl - Herge, das ist kein schnöder Comic, da kann man schon von Unterhaltung mit Sinn reden, auch wenn man nicht von großer Literatur reden kann - liebe Fans: Entschuldigung!). Schnell war uns klar, das ganze Land und alle Sehenswürdigkeiten kann man unmöglich in einem Urlaub schaffen. Ergo mussten wir uns auf die Highlights konzentrieren, aber allein davon gibt es unzählige. Also, noch mal sieben - dann bleibt das Who is Who von Peru über. Einmal wieder Richtung Südamerika - warum auch nicht! Einige Zeit brauchten wir für die Planung, es gibt da so einige Dinge zu beachten - aber davon später. 

Peru liegt in Südamerika und ist einer der sogenannten Andenstaaten. Die Anden durchqueren das gesamte Land von Nord nach Süd und prägen es deutlich mit einer Höhe von über 6.000 Metern und den vielen noch aktiven Vulkanen. Die Gegend an der Pazifikküste ist absolut trocken, man kann von einer Wüste sprechen. Westlich der Anden erstreckt sich dann das Amazonasbecken mit seinen riesigen Regenwald. Peru ist also ein Land, in dem man sich Vielfältig betätigen kann. Das Gebiet des heutigen Peru zählt, historisch gesehen, zu der Zentralregion des ehemaligen Inka-Reiches. Immerhin waren die Inkas davon überzeugt, die größte Zivilisation auf der Erde zu sein. Durch Eroberungskriege weiteten sie ihren Einflussbereich von Peru auf Nordchile, Westargentinien, Teile Boliviens, Ecuador und die südlichen Regionen Kolumbiens aus. Die nur knapp 40.000 Inkas kontrollierten somit ein riesiges Gebiet und beherrschten mehr alls 12 Millionen Menschen, die aus 100 verschiedenen Völkern stammten und über 20 verschiedene Sprachen sprachen. Dieses größte, bekannteste Reich Amerikas prägt bis heute den gesamten südamerikanischen Raum. Gewaltsam beendet wurde das Inka-Reich dann von den spanischen Eroberern, so um 1532 bis 1536. Nur zwanzig Jahre nach der Entdeckung durch Kolumbus brauchten die Spanier um erst Mexiko zu erobern, dabei die Azteken auszurotten, dann kam bald schon Peru an die Reihe. Die Gier der Konquistadoren nach Edelmetallen war einfach unermesslich, eingeschleppte Krankheiten, wie die Pocken, taten ihr übriges. Eine Hochkultur wurde vernichtet. Leider hatten wir in diesem Jahr wirklich nicht viel Zeit für unseren Urlaub. So blieb uns nichts anderes übrig, als uns an den "Gringo Trail" - also den Weg für den weißen Ausländer - zu halten. Trotzdem war die Vorfreunde auf die Reise fast unermesslich und wir waren, wie eigentlich vor jeder Reise, ziemlich aufgeregt, als es zum Flughafen ging.

Es ist ja nicht gerade so, als würden wir das erste Mal fliegen. Aber Fehler unterlaufen halt jeden. Für den Flug wählte ich einen schönen Pullover aus. Problem - schon in Hamburg auf dem Flughafen bin ich fast weg geschwommen. Meine Güte - der war viel zu warm. Nur im T-Shirt, dafür war es zu kalt. Was soll man tun - schnell einen neuen, dünneren Pullover kaufen. Das mach mal einer nach, noch nicht einmal abgeflogen, schon das erste Souvenir gekauft (und ganz nebenbei, den Gepäckeinsparer Rolf ausgetrickst - jetzt hatte ich einen Pullover mehr). In Amsterdam hatten wir dann überhaupt keine Zeit. Trotz einer Stunde Aufenthalt schafften wir es gerade zum Boarding. Scharf waren die Kontrollen dieses Mal - Gott sei Dank - die Spinner dieser Erde dürfen keine Chance erhalten. Natürlich landeten wir in Lima, der Hauptstadt von Peru - wo denn auch sonst. Die Einreise ging wirklich absolut unproblematisch, auch die Schlange bei der Einwanderung wurde zügig abgebaut. Schnell zu einem Hotel im schönen Stadtteil Mia Flores. Auch wenn es in Lima viel zu entdecken gibt, wir blieben nur eine Nacht. Dafür war das Hotel o.k. und in dem Stadtteil war es leicht, ein gemütliches, kleines Restaurant zu finden und erste Eindrücke der Küche des Landes zu sammeln. Ganz schön kaputt waren wir vom Flug (mir scheinst, wir werden nicht jünger) - so schliefen wir fest ein. Am nächsten Morgen ging es dann gleich wieder zum Flughafen - Ariquipa war unser erstes Reiseziel in Peru.