Ollantaytambo - Valle Sagrado

Der letzte Stopp an diesem Tag war in Ollantaytambo. Bekannt ist der Ort auch für die letzte Möglichkeit den Zug Richtung Machu Picchu zu besteigen (was wir am nächsten Tag auch taten). Übersetzt bedeutet der Name Ollantaytambo soviel wie "Speicher meines Gottes". Gott Viracocha soll die Inka angeleitet haben, die Stadt zu bauen.  Bemerkenswert das Stadtbild als einzigartiges Beispiel für die Stadtplanung der Inka. Die Gebäude des Ortes, die Terrassen und die engen Gassen sehen noch genauso aus, wie es die Inka sich ausgedacht haben. Der Ort ist wie ein Schachbrett aufgebaut, so dass die Straßen 15 Blocks zusammen fassen, wobei jeder für sich einen Eingang zu einem zentralen Innenhof hat, der von Häusern umgeben ist. Noch heute sieht man viele Häuser, die vor allem den betuchteren Bewohnern gehören, die die perfekten Inka-Mauern aus rosa Stein aufweisen.  Die herausragende Sehenswürdigkeit des Ortes ist aber die sogenannte Inka-Festung mit ihren außerordentlich starken Mauern. Strategisch wirklich günstig gelegen, konnte man von dieser Festung aus das heilige Tal gut sichern. Der letzte Inka König, Manco Capac, verschanzte sich hier vor hunderten von indianischen und spanischen Fußsoldaten. Aber die Krieger wehrten sich überaus erfolgreich, die Flutung der Ebene unter der Festung verscheuchte für das erste die Angreifer. Erst ein zweiter Angriff, mit noch mehr Soldaten brachte Manco Capac dazu aus der Festung zu fliehen.

Der Aufstieg über die extrem steilen Treppen ist im wahrsten Sinne atemberaubend. Ist man endlich, völlig geschafft, oben angekommen kann man auf der gegenüberliegenden Talseite den Steinbruch erkennen, aus dem die riesigen Felsblöcke stammen, mit denen die Festung gebaut wurde. Interessant auch der Blick auf den Platz vor der Anlage, an denen sich zig Busse tummeln, einen riesigen Knoten zu bilden scheinen, der sich dann aber gefällig wieder auflöst.  Zurück zu den riesigen Felsbrocken zum Bau der Anlage. Eine bemerkenswerte Leistung, mussten die Blöcke zunächst einmal 6 km bergab rollen, dann wurden sie durch den Fluss gezogen, um anschließend über Rampen den Berg hinauf geschafft zu werden. Man kann sich nicht vorstellen, wie das alles funktioniert haben soll. Auf alle Fälle verstanden die Bauherren eine ganze Menge von Logistik und konnten die Menschen extrem gut motivieren.  Allerdings ist der Haupttempel nie vollendet worden. Man sieht noch heute viele Blöcke einfach so herumliegen, in verschiedenen Stadien der Vorbereitung zur endgültigen Verbauung. Auch hier gibt es einen sogenannten Inka-Thron, eine aus dem Fels geschlagene Nische in Form eines Sessels. Auch in Ollantaytambo ist wieder die perfekte Präzession bei der Verarbeitung der Blöcke zu bewundern. Die Blöcke sind mit Nuten und Zapfen versehen, so dass sie präzise ineinander verzahnt werden konnten. Erdbeben sicheres Bauen schon vor tausenden von Jahren (es soll da Architekten geben, die verkaufen ein Haus als Erdbebensicher und dann stellt sich heraus, es wurden leer Cola-Dosen verbaut - hätte sich mal ein Inka erlauben sollen).  Die Archäologen vermuten, die Anlage wurde nicht nur als Festung zur Verteidigung gegen die aus Nordperu eindringenden Urwaldstämme genutzt, sondern auch als Begräbnisstätte. Angeblich sind die Herzen der verstorbenen Fürsten auf der obersten Terrasse bestattet worden und es sollen regelmässige Zeremonien abgehalten worden sein.

Nach der ausgiebigen Kletterei in der Anlage fanden wir unser Hotel - wieder einmal klein, beschaulich aber fein. Der Eigentümer begrüßte uns herzlich, bekundete kein Englisch und Deutsch zu sprechen, dafür aber Französich, Spanisch, und Quechua. Auf die Frage, was wir denn sprächen antwortete ich trocken: "Deutsch und Englisch!" Ehrlich - wir kugelten uns erst einmal alle vor lachen. Irgendwie kam es aber zu so etwas wie einer Kommunikation (wenn man denn wirklich will geht halt fast alles). Wir fanden heraus, wo der Bahnhof ist, wann der Zug geht, wann man am Bahnhof sein sollte, wo man gut zu Abend essen kann und uns wurde bedeutet, es gibt auch morgens um 5.00 h ein ordentliches Frühstück und wir können einen Teil unseres Gepäcks im Hotel lassen. Wenn das keine Unterhaltung war ....