Mexico

Eigentlich spricht man von den Vereinigten Mexikanischen Staaten, wenn man kurz nur Mexiko sagt. Ein Staat, gelegen in Nordamerika, begrenzt im Norden von den USA, im Süden von Belize und Guatemala. Im Westen der pazifische Ozean im Osten der Golf von Mexico und das Karibische Meer. Ein unglaublich interessantes Reiseland, aber schwer zu fassen. Schaut man sich nur mal die verschiedenen Klimazonen an, die von Subtropisch über Alpin bis zum Wüstenklima reichen.

Das Land hat eineVergangenheit, die ihrer gleichen sucht. Eigentlich fallen fast jedem sofort die Olmeken, Mayas und Tolteken ein, die entstanden und wieder verschwanden. Die Azteken, die um 1200 n. Chr. in ds Tal von Mexiko zogen und ihre Hauptstadt Tenochtitlán auf den Inseln des Texcoco Sees erbauten - das heutige Mexico City. Wer hat noch nicht von Hernàn Cortès gehört, der 1519 beim heutigen Veracruz landete und von Kaiser Moctezoma II als heimkehrender Priestergott Quetzalcòatl mit allen Ehren empfangen wurde. Als Dank eroberte er das Land und zerstörte die Aztekenkultur; Moctezuma wurde daraufhin von seinen eigenen Leuten getötet. Das Land wurde für die nächsten 300 Jahre das spanische Vizekönigreich und wurde somit zum Kernland der spanischen Herrschaft in Mittelamerika.

Erst 1810 begann der Kampf um eine nationale Unabhängigkeit. Ausgelöst unter anderem durch den Dorfpfarrer Hidalgo der den "grito" (Unabhängigkeitsruf) formulierte. Noch heute wird dieser Ruf zum Nationalfeiertag von dem Staatspräsidenten wiederholt. Nur durch erbitterte Kämpfe gegen eine von den Spaniern eingeführte Gesellschaft und gegen die katholische Kirche konnte der Weg zu einem modernen Mexiko geschaffen werden. Im Jahre 1821 musste der spanische Vizekönig abdanken und es entstand für kurze Zeit ein von Spanien unabhängiges Kaiserreich. 

 

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Das nächste halbe Jahrhundert war durch ständige politische Unruhen und häufigen Regierungswechsel gekennzeichnet. In diese Zeit fiel auch der Grenzkrieg mit den USA 1845/48. Mexiko musste nach seiner Niederlage die Gebiete nördlich des Río Grande, insbesondere Kalifornien und Texas, an die USA abtreten. Die Einstellung der Zinszahlungen für die gewaltigen Auslandsschulden führten zu einer bewaffneten Intervention der betroffenen Staaten Großbritannien, Spanien und Frankreich. 1862 drangen französische Streitkräfte in Mexiko ein und unter ihrem Druck wurde auf Veranlassung von Napoleon III die Monarchie ausgerufen und Erzherzog Maximilian von Habsburg als Kaiser eingesetzt. Er konnte jedoch nicht den von ihm offenbar erwarteten Rückhalt im Volk finden, wurde gestürzt und 1867 in Querétaro standrechtlich erschossen.

 

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1910 kam es unter Führung des Großgrundbesitzers Francisco Madero zu Unruhen und Revolution, der sich später der Bauernführer Emiliano Zapata anschloss. Bereits 1913 wurde jedoch Francisco Madero ermordet und es folgten Jahre blutiger Machtkämpfe, in deren Verlauf mehr als eine Million Mexikaner starben. 1917 trat unter Präsident Carranza eine neue Verfassung in Kraft, die die Reformgesetze von Benito Juárez von 1859 übernahm und unter anderem die Bodenschätze verstaatlichte. 1929 erfolgte die Gründung der Nationalrevolutionären Partei, welche die wichtigsten politischen Kräfte des Landes vereinte. Aus dieser mehrmals umbenannten Partei (seit 1946 PRI) stammen bis zum Jahr 2000 alle Präsidenten Mexikos. Ab dem Jahr 2000 fand ein historischer Machtwechsel statt und die PAN löste der PRI ab und stellt nunmehr den neuen Präsidenten.

Die durch den Zweiten Weltkrieg hervorgerufene konjunkturelle Belebung schuf zusammen mit staatlichen Förderungsmaßnahmen die Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Aufschwung und politische Stabilität. In den siebziger Jahren wurde Mexiko zur Ölmacht, geriet jedoch Anfang der achtziger Jahre in eine enorme internationale Verschuldungs- und Wirtschaftskrise. 1986 trat Mexiko dem GATT bei und liberalisierte den Außenhandel. In der Vergangenheit trat das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA), dem Mexiko, USA und Kanada angehören, in Kraft. Wobei die der zeitigen NAFTA-Staaten Gesamtlateinamerika in die NAFTA aufnehmen möchten. Die ersten Verhandlungen sind abgeschlossen und es wird in nicht all zu ferner Zukunft einen riesigen Gesamtamerikanischen Handelsraum geben, Cuba mal ausgenommen. 

Mexiko ist ein bedeutendes Bergbauland. Es besitzt zahlreiche Vorkommen an mineralischen Bodenschätzen. Sehr produktiv sind vor allem die kleineren und mittleren Bergbauunternehmen. Derzeit werden 45 unterschiedliche Metallerze und Mineralien gefördert. Nach Russland, den USA und Saudi-Arabien ist Mexiko der viertgrößte Erdölproduzent. Allerdings ist der Erdölrausch der späten 70er Jahre, von dem die Mexikaner sich enorme Entwicklungsimpulse erhofft hatten, längst verflogen. Immerhin kam es durch die Expansion auf dem Erdölsektor zu einer eindrucksvollen Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes. Mexiko ist trotz der fortgeschrittenen Industrialisierung noch weitgehend landwirtschaftlich geprägt. Die mexikanische Landwirtschaft beschäftigt 40 Prozent der Arbeitskräfte, hat aber nur einen Anteil von etwa 9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Die mexikanische Forstwirtschaft leidet unter einem Mangel an Produktivität. Auch die Wiederaufforstung liegt im Argen. Der Raubbau in den tropischen Regenwäldern des Südens nimmt beängstigende Formen an. Beim Tourismus nimmt Mexiko im Bereich der Drittweltländer inzwischen eine Spitzenposition ein. Der Fremdenverkehr ist einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes. 

Knapp 90 Prozent der Einwohner Mexikos sind Anhänger des Katholizismus, der mit präkolumbianischen Glaubensvorstellungen durchsetzt ist, 5 Prozent sind Protestanten. Daneben gibt es Minderheiten, wie etwa Juden und Bahai.