Mecklenburger Seenplatte

Gefühlte tausend Seen inmitten von duftenden Wiesen, ursprünglichen Wäldern, Moorlandschaften und Hügel sind durch sanfte Flüsse und schmale Kanäle miteinander verbunden. Ja, wir sprechen von der Mecklenburger Seenplatte, die größte zusammenhängende Seenlandschaft Europas. Im Zentrum liegt die bekannte Stadt Müritz, warum auch häufig von der Müritzer Seenplatte gesprochen wird. Der See Müritz im mit 117 Quadratkilometern der größte See Deutschlands. Entstanden ist diese wunderschöne Landschaft vor etwa 20.000 bis 17.000 Jahren beim Rückzug der Gletscher aus dieser Gegend. Mindestens seit dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts ist die Mecklenburgische Seenplatte erwähnt. Bis 1954 wurde das Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte immer mal anders definiert. Erst dann wurden die ersten Kartierungen im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands vorgenommen. 1960 wurde dann die heute noch gültige Abgrenzung der Mecklenburger Seenplatte zu anderen Gebieten vorgenommen. Heutzutage wird der Begriff Mecklenburgische Seenplatte nur für bestimmte Regionen genutzt. Das ist dem Touristenverband Mecklenburgische Seenplatte zu verdanken, der natürlich nur Mitgliedern eine entsprechende Werbung zukommen lässt. So ist z. B. Schwerin überhaupt nicht genannt, da nicht Mitglied in diesem Verein. Seenland und Landkreis bestehen jedoch je nur zu etwa ihrer Hälfte aus der Mecklenburgiscen Seenplatte. Den nordöstlichen Teil nimmt das jüngere, geomorphologisch etwas andere und ebenfalls seenreiche Rückland der Mecklenburger Seenplatte ein.

Auf der Mecklenburgischen Seenplatte gibt es 12 Seen mit über 5 km² Fläche (5 im Großseenland) und 8 mit über 10 km² (4 im Großseenland). Im Rückland sind es 8 über 5 km² und 5 über 10 km². Bezüglich der tatsächlichen Seendichte täuscht jedoch der scheinbar geringe Vorsprung der Seenplatte bei den Großseen. Vergleicht man die Anzahl an Seen über 2 km², so kommt die Seenplatte auf fast 50 (48, davon 19 allein im Kleinseenland) und das Rückland nur auf 20. Vom Feldberg-Fürstenwerderer Gebiet abgesehen liegen die Seen des Rücklandes fast alle in den wenigen nach Nordosten führenden Rinnen. Während die Seen der Seenplatte, von Ratzeburger und Sternbeger See abgesehen, auf Höhen von rund 20 bis Meter über Normalhöhennull m ü. NHN liegen, bleiben im Rückland so die meisten Seen unter Höhe über dem Meeresspiegel – aus dem Rahmen fallen nur die Feldberg-Fürstenwerderer Seen mit Höhen über Meeresspiegel und ein paar Seen der südlichen Uckermark.

Ein großer Teil der Mecklenburgischen Seenplatte ist zu Naturparks oder Biosphärenreservats erklärt worden. So liegen im äußersten Westen des Seenlandes der Naturpark Lauenburgische Seen, auf der Schleswig-Holsteiner Seite, sich östlich anschließend dann das Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern. Östlich des Schweriner Gebietes schließen sich die Naturparks Sternberger Seenland und Nossentiner/Schwinzer Heide auf der Seenplatte an. Nur durch einen schmalen Korridor verbunden geht es vom Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide im Rückland in den Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See. Im Zentrum der Seenplatte, im Gorßseenland, liegt, von den Naturparks getrennt, der größere Westteil des Nationalparks Müritz. Der Ostteil des Nationalparks im Kleinseenland wird, von einem schmalen Steifen im Nordwesten abgesehen, in alle Richtungen vom Naturpark Feldberger Seenlandschaft umsäumt. Im Osten, in Brandenburg, grenzt er an den Naturpark Uckermärkische Seen. Dieser geht nach Südwesten in den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, ebenfalls in Brandenburg gelegen, über, der nach Süden mit etwa der Hälfte seiner Fläche auch die Seenplatte verlässt. Südöstlich der Uckermärkischen Seen schließt sich, je zur Hälfte auf der Platte im Rückland, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin an. 

Um es kurz zu halten, die Mecklenburgische Seenplatte ist ein hervorragender Ort um einen unvergessenen Natururlaub zu verbringen. Wir entschlossen uns, die Landschaft per Boot zu erkunden. Rolf hat die Führerscheine für Binnen und Außen, darf also Boote mit Motoren fahren, was aber in dem Gebiet nicht notwendig ist. Mecklenburg hat eine Ausnahmegenehmigung und es dürfen durchaus sehr große Boote ohne Führerschein geführt werden. Was allerdings in der Realität durchaus zu der einen oder anderen brenzligen Situation führt. Wir entschlossen uns für ein eher kleines Boot mit zwei Kajüten und WC, einer Saga 27. Dies reichte allemal für uns zwei und wir haben viel erlebt und gesehen während unseres Urlaubes. Rolf und ich hatten ein schweres Jahr hinter uns, so haben wir uns hauptsächlich auf dem Wasser befunden, wobei fast jede Stadt der Gegend einen Besuch Wert gewesen wäre. Das nächste Mal! Versprochen! Uns erinnerte die Gegend an die Backwaters in Indien, nur das hier keine Palmen wachsen. Für uns ein unvergessener Urlaub.