Kuching bis Sibu - Sarawak

Kuching ist mit über 300.000 Einwohnern die größte Stadt und Hauptstadt des Bundeslandes. Die Stadt liegt 32 km vom Meer entfernt am Sarawak-Fluss. Ein idealer Ausgangspunkt für Reisen in das Landesinnere. Einige Sehenswürdigkeiten gibt es hier auch zu bestaunen, wie das Fort Margherita, das Sarawak Museum, den Astana Palast oder den Sia SanTien Tempel. 

Wir starteten mit dem Boot aus Richtung Sibu, dem früheren Maling. Wir nahmen eines der Express-Boote und ab ging es. Mit im Boot war eine Schulklasse und wir hatten alle einen riesigen Spaß. Dann hielt das Boot an, ein anderes machte - mitten im Fluss - daneben fest. Die jungen Leute bedeuteten uns, hier müsst ihr umsteigen. Das war vielleicht ein Gefühl, mit dem Rucksack über eine kleine Planke mitten auf dem Fluss das Boot zu wechseln. Auf diesem kleineren Boot konnten wir die Flussfahrt richtig genießen. Eine bunte Mischung von Passagieren war an Bord. Auf dem Fluss kämpften sich Kanus und größere Boote Stromaufwärts oder trieben mit der Strömung abwärts. Riesige Flöße aus Baumstämmen kamen als Schubverbände an uns vorbei. So erklärte sich auch, warum die Expressboote mit Stahlrümpfen versehen waren. Ein losgelöster Stamm kann eine große Gefahr für ein Boot bedeuten.

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Der Keim der Stadt wurde 1862 vom weißen Raja gelegt, der hier sein "Fort Brooke" errichtet, um von ihm aus die "Pazifizierung" des Landes voranzutreiben. 1870 konnte er erfolgreich einen Großangriff der Iban abwehren. Das ermunterte einige Chinesen, sich als Händler am Fort niederzulassen. 1880 hatten sie etwa 30 Häuser erbaut. 1901 erreichte eine große Einwanderungswelle die Stadt, welche diese weiter anwachsen ließ. Bei einem Großbrand 1928 wurde die Stadt dann fast gänzlich zerstört. Danach aber, wurde sie modern (mit Kanalisation) wiederaufgebaut. 1939 zählte Sibu bereits 8500 Einwohner. Sibu selbst ist eine gemächliche Stadt, vorwiegend von Chinesen bewohnt. Die Stadt liegt 130 km vom Meer entfernt und ist mit seinen knapp 140.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Sarawaks. Ihr Zentrum liegt auf einer flachen, einst versumpften Insel an der Mündung des Flusses Igan in den Rajang. Hier gibt es noch Trishaws und auf dem Fischmarkt eine reiches Angebot an Süßwasserkarpfen. Man findet einen guten Überblick auf die ethnische Vielfalt Malaysias. Vor allem am Anleger trifft man viele Iban, die für einen kurzen Besuch in die Stadt kommen. Für uns war der Hafen von Sibu interessant. Es gibt etliche Industriebetriebe (Softdrinks, Seife, Sägewerke, Zigaretten), die in den letzten Jahren auch immer mehr Iban zur Arbeit anlockten. Eindrucksvoll sind die riesigen LKW-Motoren am Heck vieler Boote. Es gibt viele Restaurants in der Nähe der Anleger und zahlreiche Händler mit Kunsthandwerk.

Ganz toll war es auf dem Nachtmarkt, auf dem alles mögliche angeboten wurde. Natürlich gab es auch eine Menge Garküchen. Ganz viele boten Dim-Sum an - eine chinesiche Spezialität (gedämpfte Teigtaschen, gibt es in Hongkong eingentlich nur zur Mittagszeit, aber in anderen Ländern scheint diese Delikatesse fast immer angeboten zu werden). Rolf kannte das noch nicht und wollte sich zieren. Ich kaufte kurzerhand welche mit Gemüse und Fleisch gefüllt. Alles lachte und der Inhalt wurde mittels Händen und Füßen erläutert. Rolf - sehr skeptisch - biß hinein - na ja - dann konnte ich nicht schnell genug nachkaufen. Natürlich freuten sich die Besitzer der Garküchen, das es uns so schmeckte. Irgendwer besorgte dann noch Bier und es wurde ein unglaublich lustiger Abend. Man erzählte uns von Land und Leuten und jede Menge Geschichten. Wir wurden befragt, wie wir so Leben, was wir tun und - und - und .....

Leider mussten wir feststellen, dass das Reisen wirklich langwirig ist. Wir wollten aber unbedingt noch in den Mulu National Park. Also, besorgte ich schnell Flugtickets Richtung Miri und weiter ging es. Auf dem Flughafen angekommen, stellten wir unsere Rucksäcke auf die bereitgestellte Waage. Man bedeutete uns, wir müssten uns mit drauf stellen, was wir zunächst für einen Scherz hielten. Es war aber bitterer Ernst. Wir wurden dann aus dem Flughafen geführt und wanderten über eine Wiese einem Flugzeug zu, dass schon erheblich bessere Zeiten gesehen hat. Innen drin gab es so eine Art 9 Gartenstühle als Sitze. Ich kann es vorweg nehmen, wir sind gut angekommen.