Kroatien

Jahre ist es her, da war Kroatien noch eine von sechs Teilrepubliken (Sozialistische Republik Kroatien) der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, die 1963 unter Tito die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien SFRJ wurde. Nach dem Tod von Tito wurden die Spannungen zwischen Kroatien und der von Serben dominierten jugoslawischen Regierung immer mehr zu. Die Folge waren Ende der achtziger Jahre ernsthafte Bestrebungen nach Unabhängigkeit auf gekommen, eine Unabhängigkeit von Jugoslawien wurde gefordert. Ein einflussreicher Mann namens Franjo Tudman, der schon an der Seite Titos gestanden hatte, erlangte bei der kroatischen Bevölkerung großes ansehen. Die mittlerweile geschwächte Regierung Jugoslawiens sah keinen anderen Ausweg mehr, als ein Mehrparteienstaat zu zulassen, woraufhin Tudman 1990 die Kroatische Demokratische Gemeinschaft gründete, die schon bald den Charakter einer Volkspartei inne hatte. Man sprach sich für einen unabhängiges Kroatien aus, was bei den Serbischstämmigen, die laut damaliger Verfassung das zweite Staatsvolk darstellten, Proteste aus. Die HDZ gewann dann bei den Wahlen im April und Mai 1990 mit 40 Prozent der abgegebenen Stimmen 67,5 % der Parlamentssitze und Tudman wurde zum Präsidenten gewählt.

Im Mai 1991 stimmten 93,2 % für die Unabhängigkeit Kroatien. Die erste Anerkennung folgte durch Slovenien, das sich ebenfalls gerade für unabhängig erklärt hatte. Die de facto von Serbien dominierte Volksarmee versuchte die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch niederzuwerfen. Der militärische Versuch, kroatische Gebiete sowohl mit großem als auch geringem Anteil an serbischer Bevölkerung von Kroatien abzuspalten und mittelfristig Serbien anzugliedern, mündete in den fast vier Jahre andauernden Kroatienkrieg, der erst 1995 beendet wurde. Ihren Abzug aus Kroatien vollzog die JNA unter Zerstörung vieler militärischer Objekte und die Verminung strategisch wichtiger Zonen. Daher ist es immer noch lebensgefährlich nicht geräumte Gebiete, die meist sehr schön liegen, zu betreten.

Kurz vor diesem Krieg, mitten in Europa, waren wir das erste Mal in Jugoslavien und verbrachten einen traumhaft schönen Urlaub. Mit meinem kleinen Nissan Micra sind wir los gefahren, aber er brachte uns überall hin. Viele der älteren Menschen sprachen Deutsch und die Gastfreundschaft überwältigend.

 

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Um den Kroaten den Zugang zum europäischen Binnenmarkt sichern zu können, wurde 2001 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union unterzeichnet. Vorgabe der EU war natürlich die Abkehr vom Sozialismus und die Schaffung einer sozialen Marktwirtschaft. Dazu mussten Betriebe privatisiert werden und Anreize für Investitionen geschaffen werden. Da nach Meinung der EU-Kommission Kroatien zu wenig zu den Haager Kriegsverbrechenprozessen beigetragen habe, mussten noch einige Reformen im Bereich Justiz durchgeführt werden. Gleichzeitig musste sich Kroatien dem Kampf gegen Korruption entgegen stellen. Mittlerweile ist Kroatien vollwertiges Mitglied der Europäischen Union und gehört mit zum Schengenraum.

Die kroatischen Gebiete entlang der Adriaküste werden teilweise Südeuropa zugeordnet. Streng genommen liegt das Land jedoch in der Übergangszone von Mittel- und Ostmitteleuropa. Der größere Teil Kroatiens wird geographisch im Allgemeinen der Balkanhalbinsel oder Südosteuropa zugeordnet. Die Kroaten selbst mögen eher die geographische Bezeichnung Mitteleuropa. Schon um der Abgrenzung von der negativ behafteten "Krisenregion" Balkan. Die Landfläche von Kroatien ist ungefähr doppelt so groß wie Brandenburg. Die geringst Entfernung zwischen Italien und Kroatien beträgt 20 Kilometer, während die südlichste kroatischen Halbinsel Prevlaka nur gute 69 Kilometer von Albanien entfernt ist.

Kroatien ist so schön, das Land hat ein unglaublich tolles Klima hat - eigentlich immer Sonne pur. Die milden Temperaturen und bis zu 2500 Sonnenstunden im Jahr machen das Land auch außerhalb der Hauptsaison zum idealen Urlaubsziel. Echte Sonnenanbeter kommen vor allem zwischen Mai und September auf ihre Kosten.Hinzu kommt das traumhaft klare Wasser. Es lohnt sich, hier den Schnorchel mit auf Reisen zu nehmen. Überall stößt man auf kulturelle Highlights. Alte Dörfer und sehr gut erhaltene Innenstädte erzählen Geschichte und Geschichten ohne Ende. Die vielen Insel, allein um diese zu besuchen, benötigt man so einige Urlaube. Dann noch das tolle Essen - mmmhhhhh. Und wenn ich nur an die atemberaubende Natur denke. Hier sei nur mal der Krka Nationalpark oder die Plitvicer Seen genannt. Ihr merkt es, wir haben dieses Land lieben gelernt.

2010 kamen Rolf und ich auf den Gedanken, noch einmal Kroatien zu besuchen. Gesagt und getan. Wir hatten einen tollen Urlaub und erzählten natürlich zu Hause davon. Eine befreundete Familie fragte uns, ob wir nicht einmal zusammen Urlaub machen könnten. Es sollte aber nicht so weit weg gehen, lieber nicht mit dem Flugzeug. Man wollte Strand, aber auch Natur erleben. Uns viel da nur Kroatien zu ein. Also machten wir uns noch einmal auf nach Kroatien und verbrachten einen schönen Urlaub. Rolf und ich wollten aber noch mehr von Kroatien sehen, also machten wir uns ein Jahr später nochmals auf nach Kroatien und bereisten fast das ganze Land. Und immer noch haben wir bei weitem nicht alle Sehenswürdigkeiten gesehen. Also, weitere Urlaube stehen da wohl noch aus.