Houay Xay - auf dem Mekong

Die Anreise ging via Bangkok nach Chiang Rai von wo aus wir gut den Grenzübergang nach Laos - Houay Xai - nutzen konnten. Schon die Fahrt von Chiang Rai nach Chiang Khong (den thailändischen Grenzübergang) war ein abenteuerliches Erlebnis. Die Ausreise an sich ging reibungslos über die Bühne. Danach den Hang hinab, wo unzählige Fähren darauf warten, die Reisenden über den Mekong über zu setzen. In Laos angekommen, geht es auch recht unkompliziert zur Visums Beantragung und dann zur Einreise. Schon hier bemerkt man die ruhige Art der Laoten und deren Hilfsbereitschaft (nicht das man in Thailand nicht hilfsbereit ist, aber irgendwie ist es anders). Über Houay Xay lässt sich sagen, es ist die Hauptstadt der Provinz Bokeo. Zum Leidwesen der Anwohner sehen die meisten Touristen kaum mehr als die Uferstrasse und den Grenzposten (genauso wie wir). Man kann aber auch schöne Ausflüge in die Umgebung unternehmen und einige Dörfer der Hmong, Khmu und Lanten besuchen. Oder auf die zwei benachbarten Hügel steigen und sich den Vat Chom Khao Manirath oder das von den Franzosen errichtete Fort Carnot ansehen. Nebenbei, der Ausblick von den Hügeln über die Gegend muss recht schön sein. Oder man besucht eine der Edelstein-Minen - immerhin ist die Förderung von Edelsteinen von nicht unerheblicher Bedeutung in der Provinz.

Unsere Planung sah aber anders aus, so ging es nach den Einreiseformalitäten gleich mit dem Tuck-Tuck zur Anlegestelle der Slow-Boote. Wir hatten uns vorgenommen mit dem Slow-Boot die zweitägige Fahrt nach Luang Prabang zu machen mit Übernachtung in Pakbeng. Der Mekong soll in dieser Gegend einfach einmalig sein und den Urlaub mit einer zweitägigen, entspannenden Bootsfahrt zu beginnen fanden wir verlockend. Da wir außerhalb der Hochsaison reisten, fanden wir auch schnell ein Boot und schon ging es los. Es gibt auch Expressboote, die die Strecke in bis zu acht Stunden schaffen. Man begibt sich dann auf eine extrem laute Fahrt, die auch nicht so ganz sicher ist. Immer wieder wird von Unfällen, auch mit Todesfolge, berichtet. Man hockt in einem kleinen Boot, welches mit ohrenbetäubender Lautstärke der Motoren über den Fluss donnert. Wirklich - lieber ein Reisetag mehr, mit Muße den Mekong erkunden und die Landschaft genießen.

Wie schon erwähnt, das Reisen mit dem Slow-Boat dauert zwar länger, man kann aber wirklich die atemberaubende Landschaft genießen. Berichte über die Reise im Slow-Boat während der Hochsaison sagen, das diese Boote total überfüllt sind und die Reise nicht so angenehm sein soll. Da hatten wir wohl Glück, wir hatten ein Boot ganz für uns alleine. Auch alle anderen Boote, die wir während der Reise sahen, waren häufig nur mit zwei oder nur wenig mehr Menschen besetzt waren. Wir suchten uns ein traditionelles Langboot aus, in früheren Zeiten als Lastkahn in Gebrauch. Die Sitze waren die Sitzbänke aus Minibussen, so saß man recht angenehm und die Beine konnte man sich sehr gut vertreten. Die Bootsbesitzer leben auf dem Boot, im hinteren Teil. Zum Mittag wurde von der Hausfrau gekocht - so erlebten wir unsere ersten kulinarischen Genüsse. Langsam zieht die wunderschöne, manchmal wilde Landschaft an einem vorbei. Tief hat sich der Fluss in die Landschaft gegraben. Über Stromschnellen geht es hinweg, immer weiter Richtung Süden. Da die Fahrt über Nacht viel zu gefährlich ist, wird am Abend in Pakbeng gestoppt. Hier ist man auf den Touristenansturm vorbereitet und zahlreiche Gästehäuser stehen zur Verfügung. 

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Den meisten Besuchern von Laos ist Pakbeng halt bekannt als Übernachtungsmöglichkeit auf halber Strecke zwischen Houay Xai und Luang Prabang. Der Ort liegt an der Mündung des Nam Beng in den Mekong. Der Ausdruck Pak bedeutet Mündung. Eigentlich ist der kleine Hafen des Ortes ein Holzverladehafen, heute machen zahlreiche Touristenboote hier fest. Da hier auch die Straße nach Oudomxai endet, war dieser Ort schon immer eine wichtige Station auf der Handelsroute nach China und Thailand. Gespickt mit Gästehäusern und Restaurants hat man sich voll auf die Einnahmequelle durch die Traveller eingestellt. Abends und Nachts versorgt man die Touristen, tagsüber (morgens verlassen die Touristen den Ort wieder) geht man den traditionellen Tätigkeiten nach. Bis dato (2008) ist der Ort noch nicht an das Stromnetz angeschlossen. Die Generatoren werden nur zwischen 18.00 h - 22.00 h eingeschaltet. So herrscht des Nachts eigentlich schnell Ruhe im Ort. Für uns ist es immer wieder ein Erlebnis, zu erleben wie Dunkel es ohne Strom eigentlich wirklich sein kann. Zu Hause ist die Lichtverschmutzung derart groß, wir wissen eigentlich gar nicht mehr (speziell wenn man in der Nähe einer Großstadt wohnt) was komplette Dunkelheit bedeutet. Man sollte die Dunkelheit auch morgens, beim packen der Rucksäcke, nicht außer Acht lassen. Ist schon spannend im Schein der Taschenlampe das Zimmer auszuleuchten, ob man auch wirklich nichts vergessen hat. Die Gästehäuser haben fast alle einen Blick auf den Mekong. Wenn in der Morgendämmerung noch Nebel über dem Fluss liegt - der Fantasie sind dann kaum noch Grenzen gesetzt. Ein sehr schönes Erlebnis. 

Am nächsten Morgen ging also unsere Reise auf "der Mutter aller Flüsse" weiter. Entspannt trieben wir immer weiter Richtung Luang Prabang. Immer wieder ging es durch tiefe Schluchten und über Stromschnellen. Wir bereuten in keiner Weise, unsere Reise mit dieser geruhsamen Flussfahrt begonnen zu haben. So ungefähr 1 1/2 Std. vor Luang Prabang dann ein Stopp. Wir erreichten die Pak Ou-Höhlen (Tham Ting). Hier, an der Mündung des Nam Ou (pak = Mündung) in den Mekong, liegt eine der bedeutendsten buddhistischen Kultstätten von Nordlaos. von der Tham Loum, der unteren Höhle, am Fuß einer hohen Felswand, hat man einen wunderschönen Blick über den Mekong zur Mündung des Nam Ou. Angeblich hat König Setthathirat 1547 die Höhlen anlässlich der Erbauung des Tempels Vat Pak Ou, im gegenüberliegenden Ort gelegen, gegründet. Aber schon weit vorher wurden den Höhlen magische Kräfte nachgesagt. Gemäß diesen Legenden diente die Stätte als Wohnort für die Flussgeister (phi) und des Naga Königs Chao Ulongkha, Wächter über die Mündung des Nam Ou. Seit Jahrhunderten bringen hier Pilger und Bootsleute kleine Buddhafiguren als Opfergaben dar. Um einen massiven Schrein mit han hu (Wasserlauf für die rituelle Waschung von Buddhastatuen) und einem That gruppieren sich Hunderte von ganz kleinen bis zu 1 Meter großen Buddhafiguren aus Holz, Bronze oder Eisen. Auffällig, fast alle stehenden Figuren haben die Regenanrufungspose. Man erklärte uns, dies ist die typische Haltung der laotischen Buddhafiguren.

Die obere Höhle Tham Theung liegt etwas 200 Meter höher. Diese Höhle ist erheblich dunkler. Man kann zwar gegen ein kleines Entgelt eine Taschenlampe leihen, die eigene ist aber besser und sicherer. In dieser Höhle befinden sich eine Stupa und einige kleinere Buddhafiguren. Insgesamt soll es in den Höhlen über 5000 Buddhafiguren gegeben haben. Doch mit der wachsenden Zahl der Touristen hat sich besonders die Zahl der kleineren Figuren erheblich gelichtet. Ehrlich - tut so etwas Not? Als Tourist sind wir Gäste, wenn wir privat eingeladen sind, räumen wir unseren Gastgeber doch auch nicht die Wohnung aus. Daher wird man diskret ermahnt. Leuten, die eine Figur haben mitgehen lassen, ist sei es durch die Bank weg schlecht ergangen, einige ereilte der Tod.

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Einen weiteren Stopp gab es dann in Ban Xang Hai. Hier wird Reisschnaps gebrannt. Schon kurz nach dem verlassen des Bootes, wenn man dem bei Trockenheit steilen Ufer des Mekong hochsteigt, riecht man förmlich die Gärung. Die Bootsleute und Tuk-Tuk-Fahrer nennen den Ort auch Wisky-Village. Übersetzt man den Namen des Ortes, muss es sich eigentlich einmal um ein Töpferdorf gehandelt haben (Xang = machen / hai = Krug ). Scheinbar wechselte ein Großteil der Bevölkerung mit zunehmender Touristenzahl zum brennen und dem Verkauf von Schnaps. Man kann zusehen, wie auf traditionelle Weise der Schnaps hergestellt wird. Reis wird mit etwas Hefe in Tonkrügen zur Gärung gebracht . Nach fünf Tagen kann man dann Reiswein abschöpfen. In großen Metallfässern wird dann der fermentierte Reis erhitzt, bis der Alkohol aufsteigt und an einer Wasserschale kondensiert und über eine Rinne in ein separates Gefäß abfließt. 30 kg Reis ergeben ca. 20 Liter lau lao, der Alkoholgehalt liegt bei ca. 43 %.