Hof Stöng dann an die Küste

Diesen Tag sind wir wieder ruhiger angegangen. Nach ausgiebigen Frühstück sind wir noch einmal durch das Tal der Pjórsá gefahren, dieses Mal zum Hof Stöng. Die Geschichte des Hofes Stöng ist mit der Hekla verbunden. Wir hatten ja schon berichtet, die Hekla ist ein äußerst aktiver Vulkan der regelmäßig wieder ausbricht. Einer der letzten großen Zyklen war so um 1104. Zahlreiche Bauernhöfe wurden damals vernichtet, das Land war von gut 2 1/2 Kubikkilometer Asche bedeckt. Unter dieser Aschenschicht wurde auch der Hof Stöng seinerzeit begraben. Erst 1939 wurde die Ruine des Hofes entdeckt und ausgegraben. Das Langhaus wurde zum besseren Erhalt überdacht. Man kann dort jederzeit hineingehen und sich ansehen, wie damals so gelebt wurde. Man sieht die Feuerstellen, an denen früher gekocht wurde. Die Abluft wurde dann zum Heizen benutzt. In die Wände wurden Alkoven eingelassen und es gibt auch ein paar kleine Nebenräume. Zur 1.100 Jahr-Feier Islands wurde das Langhaus 1974 genau rekonstruiert. Allerdings liegt das Museum auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dabei hat man sehr viel Wert auf eine detailgetreue Rekonstruktion gelegt. Das Museum ist leider ab Ende August geschlossen. So konnten wir uns diese Nachbauten nur von außen ansehen. Aber, Arbeiter waren dabei die Torfwände zu erneuern. Aufgrund dieser Arbeiten konnten wir deutlich sehen, wie sich die Wände aus verschiedenen Schichten aus Torf zusammen setzen. Neben dem Langhaus wurde auch eine kleine Kirche rekonstruiert.

Geht man vom Fundort des Hofes Stöng aus weiter den Fluss entlang, eröffnet sich ein wunderschönes Tal. Obwohl es immer mal wieder geregnet hat, für uns sah es hier aus wie im Paradies. Wir waren in der Schlucht Gjáin, was soviel bedeutet wie Schlucht. Zahlreiche kleine Wasserfälle fließen in diese Schlucht. Man krabbelt durch kleine Höhlen und Torbögen und der Fluss hat teilweise eine wunderschöne blaue Farbe. Am Ende dieser kleinen Schlucht liegt der Wasserfall Gjárfoss. Schade, dass es immer mal wieder geregnet hat, trotzdem hielten wir uns in dieser schönen Schlucht eine ganze Weile auf.

Wir hatten den Tag nicht so richtig ausgeplant. Aufgrund des immer wieder einsetzenden Regens sind wir dann Richtung Küste gefahren, nach Þorlákshöfn. Dieser Ort hat den einzigen Hafen der Nordsüdküste (der nächste ist erst wieder in Höfn, gute 400 km entfernt). Da das Gewässer an der Südküste ziemlich flach ist, gibt es auch nicht so viele Häfen. Von hier aus fährt die Fähre nach Heimaey auf den Vestmannaeyjar. Wir sind durch den ganzen Ort gefahren, viel mehr gibt es hier nicht zu sehen. Also, weiter Richtung Westen, immer an der Küste entlang. Wir gelangten dann, mitten im Nirgendwo, zur Strandarkirkja. Wen wundert es, auch zu dieser Kirche gibt es eine Geschichte. Ein Schiff geriet in Seenot und die Seemänner beteten in ihrer Not um Rettung. Dabei schworen sie, sollten sie gerettet werden, als Dank eine Kirche zu bauen. Wie man sieht, sie wurden gerettet, eine Kirche wurde gebaut und man nennt Strandarkirkja auch die "Kirche der Seeleute". Die Spenden der Seeleute mussten sehr, sehr hoch ausgefallen sein, zählt die Kirche, die ohne Gemeinde ist, zu der reichsten der ganzen Insel.

    

Auf den Weg zurück nach Hveragerði haben dann noch bei der Lavahöhle Raufarhólshellir halt gemacht. Auch bei dieser Höhle handelt es sich eigentlich um eine Lavaröhre. Es handelt sich hier um Lavakanäle, deren Oberfläche abkühlte und erstarrte, während darunter die flüssige Lava weiter strömte, bis die Eruption zum Stillstand kam. Raufarhólshellir hat eine Länge von 1.350 Metern und führt unter der Straße 39 hindurch. Es ist wirklich äußerst schwierig eine solche Höhle zu erkunden. Viele Felsbrocken liegen im Weg über die geklettert werden muss, dabei sind nicht alle immer fest. Außerdem ist es auch ganz schön feucht. Aber die Farbenvielfalt hier unten ist einfach beeindruckend und entschädigt für alle Mühen.

 

Nach diesem aufregenden Ausflug sind wir wirklich wieder zur Hütte gefahren. Unterwegs hatten wir noch einmal einen wunderschönen Regenbogen und einen tollen Blick über das Tal von Hveragerði. Wir genossen einen letzten Abend in dieser Hütte, bevor wir am nächsten Tag dann die Halbinsel Reykjanes erkunden. Die Tage in dieser Gegend haben wir genossen und viel erlebt. Obwohl, vieles hatten wir auch nicht gesehen, die Zeit war mal wieder nicht gerade für uns. Wir denken, man kann es durchaus einige Tage länger in der Umgebung Selfoss aushalten.

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