Heidelberg

Jetzt geht es zur Mündung des Neckar und wir besuchen die Stadt Heidelberg. Bekannt wegen ihrer Schlossruine oberhalb der prächtigen Altstadt. Außerdem gibt es in Heidelberg die älteste Hochschule Deutschlands, die Ruprecht-Karls-Universität. Die Stadt selbst wurde im 12. Jahrhundert gegründet, aber ihre Geschichte reicht bis in die keltische und römische Zeit zurück.

Im Schloss selbst kann man das größte Weinfass - einfach genannt - das Große Fass bewundern. Nach Eintrocknung des Holzes fasst dieses Fass noch immer 219.000 Liter. Es wurde nur 3 mal durch ein großes Loch an der Decke befüllt, nie war es ganz dicht. Eine weitere Attraktion im Schloss ist das Apothekenmuseum. Man, was kannte man nicht schon für Kräutermixturen und Tinkturen. Viele davon haben auch wirklich geholfen. Anschaulich ist die Geschichte der Apotheken und des Apothekerberufes dargestellt. 

Es ist wirklich schön durch die Altstadt von Heidelberg zu schlendern. Heidelberg ist eine der wenigen Städte, die im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde. So kann man die wunderschöne barocke Altstadt genießen. Immerhin ist die Fußgängerzone, die die Altstadt durchzieht, gute 1,6 km lang. Somit eine der längsten Fußgängerzonen in Europa.

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Ein Wahrzeichen der Stadt ist natürlich die Ruine des Heidelberger Schlosses. Oberhalb des Neckartales entstand zuerst eine wehrhafte Burg. Erst später wurde diese Burg zur einer prachtvollen Residenz der Kurfürsten von der Pfalz ausgebaut. Bereits 1689 und 1693 wurde das Schloss während des pfälzischen Erbfolgekrieges zerstört und danach nur teilweise wieder aufgebaut. Nachdem 1764 ein Blitz einschlug besiegelte der daraus entstehende Brand das Schicksal des gerade restaurierten Schlosses. Es wurde aufgegeben und die Ruine diente, wie so viele andere Ruinen auch, als Steinbruch. Hauptsächlich wurden die Steine zum Neubau des Schwetzinger Sommerschlosses verwendet. Gute 80 Meter erhebt sich die Schlossruine über dem Talgrund des Neckar, am Nordhang des Königstuhls. So dominiert der Anblick das Bild der Altstadt.

Eine tolle Möglichkeit auf den Königstuhl zu kommen ist die Heidelberger Bergbahn. Eigentlich besteht die Bahn aus zwei Standseilbahnen. Die Technik war natürlich wieder etwas für Rolf. Ich glaube, es gibt jetzt kaum einen Flecken, den er nicht begutachtet hat - ob auf der neuen Strecke vom Tal bis zur Station Molkenkur - oder auf dem alten, traditionellen Stück von der Umsteigestation Molkenur bis hinauf zum Königstuhl. Die Spurweite der beiden Bahnen beträgt 1 Meter. Vom Tal bis zum Königstuhl werden insgesamt 974,5 Höhenmeter überwunden. Nach langem hin und her wurde die Bahn 1890 eröffnet. Zunächst wurde die Bahn mittels Wasserbalast angetrieben. Eine Zahnstange diente zum Bremsen und zur Regulierung der Fahrtgeschwindigkeit. Eine schöne Möglichkeit auf einen Berg zu kommen - gemütlich ist es und die Aussicht kann man genießen.

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Vom Königstuhl aus hat man eine wundervolle Aussicht über die Altstadt und dem Neckar. Schöne Wanderwege gibt es hier und man kann die Natur genießen. Außer mit der Bergbahn, kann man noch über die Himmelsleiter, mit ihren mehr als 1200 Stufen, vom Heidelberger Schloss aus auf den Gipfel kommen. Man überwindet dabei gute 270 Höhenmeter. 

Die sogenannte "Alte Brücke" über den Neckar gehört zweifelsohne mit zu den Sehenswürdigkeiten Heidelbergs. Am Tor mussten Auswärtige den Brückenzoll entrichten, im Verteidigungsfall konnte es durch ein Falltor verschlossen werden. Witzig ist die Skulptur des Brückenaffen, die an den mittelalterlichen Brückenaffen anknüpft. Am damaligen Affenturm war ein Affenrelief angebracht. Der abgebildete Affe fasste sich ans Hinterteil und hielt sich gleichzeitig einen Spiegel vor. Der Überlieferung nach waren bei dem Affen folgende Zeilen angebracht: 

 

 Was thustu mich hie angaffen?

Hastu nicht gesehen den alten Affen Zu Heydelberg /

sich dich hin unnd her / Da findestu wol meines gleichen mehr.

 

 

Bei der Zerstörung von 1689 wurde der Affenturm gesprengt und der Brückenaffe ging verloren. 1977 schrieb der Verein Alt-Heidelberg einen Wettbewerb für eine moderne Neugestaltung des Brückenaffen aus, der zugunsten des Entwurfs von Gernot Rumpf entschieden wurde. Die neue Skulptur greift das Motiv der Selbstreflexion auf, indem sie dem Betrachter einen metaphorisch zu deutenden Spiegel vorhält. Neben dem Affen ist das besagte Spottgedicht angebracht. 

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Geprägt ist das Zentrum der Altstadt durch die Heiliggeistkirche. Auf dem Vorplatz werden diverse kulinarische Köstlichkeiten feil geboten. Wir haben uns hier gerne ausgeruht und dem treiben der Menschen zugesehen. Schön anzusehen ist auch die Jesuitenkirche, als ein Wahrzeichen der Gegenreformation. 

Das Hotel "Zum Ritter" ist eines der ältesten Gebäude der Stadt Heidelberg. Wie schon erwähnt, es macht wirklich Spaß durch diese Altstadt zu schlendern. Überall kann man schön einkehren und sich mit der guten Küche der Gegen vertraut machen. Zum späteren Abend hin zog es Rolf und mich dann aber doch eher in den Irish Pub. Ein gut gezapftes Bier mit guter Musik - so kann man einen abenteuerlichen Tag gut ausklingen lassen.