Haukadalur

 

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Das nächste Highlight des Golden Circle befindet sich im Tal des Hochtemperaturgebietes Haukadalur. In diesem Tal gibt es eine Vielzahl von heißen Quellen und, die größte Attraktion, den großen Geysir und den Strokkur. Nach dem Stóri Geysir (=großer Geysir) haben alle Springquellen auf der Welt ihren Namen erhalten. Der Bischof Brynjólfur Sveinsson verwendete diesen Begriff um den "Ding" einen Namen zu geben. Er entdeckte diese Springquelle und spielte mit dem Wort geysa = wildes strömen, das Wort Geysir war geboren. Die Springquellen haben einen engen Eruptionskanal der mit Wasser gefüllt ist. Am Boden des Spalts wird dieses Wasser nun vom Magma erhitzt, es entsteht Wasserdampf. Dieser Wasserdampf dehnt sich dann explosionsartig aus und schleudert die darüber liegende Wassersäule aus den engen Eruptionskanal. Die herausgeschleuderte Wassersäule kann eine Höhe von bis zu 100 Metern erreichen. Aber der große Geysir ist faul geworden. Er bricht nur

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noch ab und an mal aus und erreicht dabei nicht mehr die einst 60 Meter hohe Wassersäule. Das kann sich aber durchaus wieder ändern, denn schon einmal hatte dieser Geysir seine Tätigkeit für einige Jahrzehnte eingestellt. Nach einem Erdbeben im Jahr 2.000 nahm er seine Aktivität plötzlich wieder auf. Daher sammeln sich die meisten Menschen um das Butterfass, den Strokkur. Dieser bricht regelmäßig alle 3 - 5 Minuten aus. Voller Erwartung starrt man auf die Wasseroberfläche. Immer wieder blubbert es mal etwas heftiger, dann steigen Dampfblasen auf. Der Schwefelgeruch wird intensiver. Jetzt wölbt sich die Wasseroberfläche glockenförmig auf. Finale - innerhalb des Bruchteiles einer Sekunde schießt das Wasser explosionsartig in die Höhe. Manchmal passieren diese Ausbrüche auch ganz kurz hintereinander. Nachdem die Wassersäule in sich zusammen gefallen ist, fließt das restliche Wasser zurück in den Spalt des Quelltopfes. Dann geht das ganze Spektakel wieder von vorne los. Ein wahrlich faszinierender Anblick. Wie schon erwähnt hat Haukadalur aber noch andere heiße Quellen zu bieten, zugegeben - nicht ganz so spektakulär. So gibt es noch die Blesi, die aus zwei Teilen besteht. Der höhere, heiße Teil fließt dabei in ein Becken mit leuchtend blauer Farbe. Die in dem Wasser enthaltenen Mineralien nehmen im kälteren Wasser des zweiten Beckens eine Struktur an. Diese Struktur reflektiert das blaue Licht. Oh Wunder, was die Natur so alles für uns bereit hält. Es gibt auch noch weitere kleine Geysire, wie die Fata, die lustig vor sich hin köchelt. Überall haben wir Blubberlöcher und ähnliches gefunden. Heute ist das ganze Gebiet 500 m lang und 100 m breit. Man findet aber in der ganzen Umgebung (ein Gebiet von 200.000 m2) Silikatplatten, die typisch sind für die Abdeckung von Springquellen. Die ganze Zeit über hat es in strömen geregnet, trotzdem konnten wir uns kaum losreißen von diesem Anblick. Man gut, beim Café gegenüber konnten wir uns etwas aufwärmen und unsere Eindrücke etwas verarbeiten. Natürlich wurde der Souvenirshop auch inspiziert, aber nach sovielen Tagen in Island gleicht sich irgendwann ein Laden dem anderen.