Hamburg

Wir haben unsere Seite "Discover the Earth" genannt - Entdecke die Erde. Eine Selbstverständlichkeit, da gehört unsere Heimat auch zu. So berichten wir auf dieser Seite, die wir ständig weiter entwickeln und neu gestalten werden, über Deutschland - unser Heimatland.

Natürlich sind wir schon viel in Deutschland gereist, viele Orte haben wir besucht. Genauso, wie wir das auch in fernen Ländern tun. Die nicht immer ruhmreiche Geschichte unseres Landes ist uns bekannt, dennoch werden wir auf dieser Seite hier und da einen Ausflug in die Vergangenheit machen. Aber wir werden auch aktuelle Gegebenheiten mit einfließen lassen. Mal sehen, was so aus dieser Seite wird. Wir sind selbst gespannt.

Nachstehend erst einmal ein Überblick 

Was ist eigentlich die Heimat? Ist es das Gefühl, hier bin ich zu Hause? Oder ist es bestimmt, nämlich dort wo man Geboren wurde? Gar nicht so einfach zu beantworten, in der Welt der Globalisierung. Heute ist man hier, morgen ist man dort. Zu Migrieren ist mit keinen Schwierigkeiten verbunden, schon findet man irgendwo in der Welt ein neues Zuhause, eine neue Heimat. Rolf und ich fühlen uns schnell irgendwo auf der Welt wie zu Hause. Aber unsere Heimat - wir verstehen darunter den Ort, wo wir geboren oder aufgewachsen sind. Den Ort, wo sich unsere Wurzeln befinden. Der Ort in dem wir uns kennen lernten, wo viele liebe Menschen für uns da sind. 

Tja - ich bin eine Hamburger Deern

Über Hamburg gibt es wahnsinnig viel zu schreiben. Schon wieder die Frage - Wo fange ich an? Berühmt ist Hamburg für seinen Hafen, darum fangen wir doch einfach einmal mit dem Hafen an. Immerhin sprechen wir hier von dem größten Hafen Deutschlands, nach Rotterdam und Antwerpen den drittgrößten Hafen Europas. Auf der Weltrangliste der Häfen rangiert Hamburg dann auf Platz neun. Ganz schön beachtlich wenn man bedenkt, dieser Seehafen liegt 110 km von der Elbmündung in die Nordsee entfernt. Darin liegt aber auch der Vorteil dieses Hafenplatzes - die Ware ist im Landesinneren, somit die Nachlaufwege zu den Kunden nicht mehr weit. 

 

1

Das Hafengebiet ist ca. 7399 ha groß, hiervon sind ca. 6480 ha nutzbar - hiervonwiederrum sind runde 4331 ha Landflächen. Gute 20 % des Hafen sind Freihafengebiet. Im Jahr 2007 wurden 9,9 Millionen Standardcontainer (= 20 ft = 6,058m) umgeschlagen,die Umschlagmenge in Tonnen entspricht 140,8 Millionen. Der Umschlag von Rohkaffee ist weltweit einzigartig, hier wird der Hafen von keinem anderen in der Welt geschlagen. Was für eine Entwicklung hat dieser Hafen hinter sich, der seinen Ursprung am Reichenstraßenfleet hat, einer Verbindung zwischen Alster und Bille. Die Schiffe lagen zu dieser Zeit mitten im Strom, den Duckdalben, damit die Stadt von See aus nicht angegriffen werden konnte. Sämtliche Waren wurden auf Schuten verladen, diese brachten dann die wertvollen Güter zu den ersten Lagerhäusern am Baumwall und den Vorsetzen. Kaianlagen gab es zu dieser Zeit noch im Binnenhafen Hamburg nicht, Unterstützung bei der Entladung gab ein öffentlicher Kran Kajen/An den Mühren. Die Hanse brachte den wahren Aufschwung des Hafens im14. Jahrhundert und der Hafen entwickelte sich zum wichtigsten Umschlag- und Stapelplatz zwischen Nord- und Ostsee. Innerhalb der Stadt standen Fleet als Transportweg zur Verfügung. 1842 waren im Hamburger Hafen ca. 200 Seeschiffe beheimatet, 1893 waren es schon 631 Schiffe. Bedeutend für die gesamte weitere Entwicklung des Hafen war die Gründung des Schifffahrtsunternehmen Hamburg-Amerikanische-Packetfahrt-Actien-Gesellschaft = Hapag) im Jahr 1847.

Nach der Einigung Deutschlands 1871, der Deutsch-Französische Krieg war zu Ende. Auf Druck des 1833 gegründeten Deutschen Zollvereins einigte man sich darauf, einen Freihafen einzurichten. So entstand der noch heute geltende Vorteil (obwohl der Status immer weiter aufgelöst wird) das Waren wie in einem Drittland behandelt werden. Man kann die Ware veredeln, bearbeiten ohne Abgaben zahlen zu müssen. Dies geschieht erst, wenn die Ware den Freihafen verlässt. Der Warenumschlag wuchs weiter, die Lagerhäuser der Speicherstadt entstanden. Wertvolle Güter wie Tee, Gewürze und Kaffee wurden hier gelagert und häufig veredelt. Im 19. Jahrhundert wurden dann die Elbinseln zwischen Norder- und Süderelbe als Hafengebiet erschlossen. Zahlreiche Hafenbecken entstanden, mit Kaianlagen und Lagermöglichkeiten. Die große Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts machte den Hafen wichtig für die Passagierschifffahrt. Nach der Choleraepidemie von 1892 wurden die Auswandererhallen gebaut, zum Schutz der Bevölkerung. Im Zuge der Errichtung der HafenCity wurde das Gebiet nördlich der Elbe, einschließlich der Speicherstadt, weitgehend aus dem Freihafen herausgenommen.

Mit einem Klick auf die Bilder werden diese vergrößert.

Die meisten Hamburger sind recht Stolz auf ihren Hafen. Viele tausend Arbeitsplätze werden gesichert. So ist es nicht verwunderlich, zu seinem "Ehrentag" wird der Geburtstag des Hafens so richtig gefeiert. Als Datum für den Geburtstag wird der Gründungs- oder Eröffnungstag eines Hafens genommen. 

Die Geburtsstunde des Hamburger Hafens wird mit dem 07. Mai 1189 angegeben. An diesem Tag stellte Kaiser Friedrich Barbarossa den den Hamburgern den Freibrief aus, der den Schiffen auf der Elbe bis zur Nordsee Zollfreiheit garantierte. Leider existiert von diesem Freibrief kein Original mehr. Lediglich eine Abschrift aus dem Jahr 1265 liegt vor, hier wird vermutet, dass sie zumindest inhaltlich Verfälschungen enthält. 

Mit einem Klick auf die Bilder werden diese vergrößert.

Deshalb wird seit 1977 jedes Jahr für einige Tage um den 07. Mai der Hafengeburtstag gefeiert. Zwischen Speicherstadt und St. Pauli werden die Straßen gesperrt (schlecht für den Weg zur Arbeit), Buden für das leibliche Wohl, Karussells und Bühnen für etliche Live-Bands werden aufgebaut. 

An einem Freitag beginnt das Fest mit der Einlaufparade der Gastschiffe, immer sind bekannte Großsegler aus aller Welt dabei. Die Museumsschiffe aus Ovelgönne kreuzen über dem Strom. Man bekommt eine Vorstellung, so ganz ungefähr, wie es aussah als diese Segelschiffe die Meere beherrschten. 

Normalerweise wird jedes Schiff das den Hamburger Hafen anläuft in Wedel am Welcome Point / Willkomm Höft mit der Nationalhymne begrüßt und beim auslaufen auch wieder verabschiedet. Während der drei Tage dauernden Geburtstagsfeier wird diese Zeremonie auch direkt im Hafen zelebriert. 

Der Geburtstag endet dann am Sonntag mit der Auslaufparade. Das gesamte Elbufer von der Innenstadt bis hin nach Wedel ist gesäumt mit Schaulustigen. Es ist ein gewaltiger Anblick, wie die großen Segelschiffe majestätisch dahingleiten. Wie schon gesagt, in Willkomm Höft wird dann jedes Schiff verabschiedet. Ein tolles Schauspiel.