Halbinsel Snæfellsnes

Dank unserer Schlafkuhle wachte ich wie gerädert auf - da half dann auch das abendliche Bad im Hot Spot nicht mehr. Um den Tagesanfang noch zu toppen, es schüttete wie aus Kübeln. Auch das ausgiebige Frühstück half nicht, es schüttete immer noch. Aber, man möchte ja etwas erleben. So beschlossen wir die Halbinsel Snæfellsnes zu umrunden. Der Name leitet sich von dem Berg Snæfellsjökull her - also Schneeberghalbinsel. Natürlich ist dieser Berg auch ein Vulkan. Eigentlich sollte man ihn schon von Reykjavik aus sehen; dank des wunderschönen Wetters hatten wir ihn nicht einmal auch nur halbwegs in seiner Pracht erblickt. Man sagt auch, Snæfellsnes ist Island in Miniatur. Alle Reize von Island kann man hier im kleinen bewundern. 

So fuhren wir los, erster Stopp - tanken. Auch ein kleines Abenteuer und doch soooo einfach. Fast überall kann man mit Kreditkarte bezahlen. Ungewöhnlich für uns, bei vielen Tankstellen muss man vorab angeben, wieviel Liter man tanken möchte. Das abzuschätzen, bei einem Wagen den man nicht kennt, ist aber nicht so ganz einfach. Keine Bange, die Endabrechnung stimmt schon. Wir hatten keine einzige Zapfsäule, wo es nicht zumindest eine Bedienungsanleitung in Englisch gab. 

Jetzt immer der Nase nach die Straße abfahren. Mal wieder so gut wie kein anderes Auto, aber Regen - eine wahre Pracht. Wir fuhren vorbei an den bis zu 900 m hohen Bergen. Dann kamen wir an das erste Lavafeld. Eine urige Landschaft, zumal wir durch den Regen alles wie durch einen Schleier sahen. Schwarzes Gestein, aber Moos bewachsen. Sofort ging die Fantasie wieder mit uns durch. Das gebe ich jetzt aber nicht zum Besten, sonst ruft noch jemand die Herrschaften mit den "Ich hab mich lieb Jacken". Das Spiel aus Licht, Wolken dem Gestein und den Pflanzen.... Wir haben versucht dies auf unseren Fotos festzuhalten - es ist uns aber nicht gelungen.

Mit einem Klick auf die Bilder werden diese vergrößert.

Arnastapi ist ein kleiner, hübscher Ort. Der Hafen ist von Felsen geschützt, schaut man die Küstenlinie entlang, entdeckt man immer wieder kleine Wasserfälle, die sich über die Klippen ergießen. Eine sehr weite Sicht hatten wir nicht, aber man hat schon einen tollen Eindruck bekommen. Wir entdeckten am Hafen schmale Säulen, die die Brandung von der Lava übrig gelassen hat. Ein anderer Fels war schon etwas größer, eigentlich noch ein kleiner Berg, aber mitten im Meer. Hier gab es eine Menge Vögel zu sehen. Eigentlich wäre es die Küste wert gewesen, einen Spaziergang zu machen - aber der Regen.

Mit einem Klick auf die Bilder werden diese vergrößert.

Weiter ging es an der Küste entlang. Und - oh Wunder - es hörte auf zu regnen. Wir waren kurz vor Malrif und sahen an der Küste so etwas wie ein Schloss. Nein, wir hatten keine Haluzinationen. Kurzerhand hielten wir auf einen Parkplatz und machten einen kleinen Spaziergang. Da wir immer wieder etwas neues an der Steilküste entdeckten, wurde der Spaziergang länger und länger. Das Schloss, dass wir von der Straße aus sahen, war natürlich nicht wirklich ein Schloss. Aber die Felsformation sah nun mal für uns so aus. Je näher wir kamen, umso mehr Formen erkannten wir. Je nachdem, aus welcher Perspektive man schaute, sah man mal einen Drachen, einen Kobold und andere Fabelwesen. Es muss sich eindeutig um ein Koboldschloss gehandelt haben. Mittlerweile hatten wir uns ganz gut vom Auto weg bewegt. Was passierte - es fing wieder an zu regnen. Natürlich waren die Regenhosen im Auto. Trotzdem entdeckten wir auf dem Rückweg auch immer noch etwas, so dauerte es eine Weile bis wir wieder beim Auto waren - natürlich total durchnässt. Was hat uns das gelehrt? Verlasse in Island nie einen trockenen Unterstand oder das Auto ohne Regenkleidung. Schön, dass Regen halt nur Wasser ist und alles wieder trocknet.

Mit einem Klick auf die Bilder werden diese vergrößert.

Nach einiger Zeit waren wir also wieder halbwegs getrocknet und haben in Ólafsvík eine verspätete Mittagspause eingelegt. Auf den Weg dorthin sind wir am höchsten "Bauwerk" von Island vorbei gekommen. Eine Antenne einer amerikanischen Radar- und Wetterstation. Was man in Island immer gut bekommt sind Hot Dogs - schmecken echt prima, sind nicht teuer und der erste Hunger ist weg. Der Ort machte einen ganz gemütlichen Eindruck auf uns mit tollem Blick auf einen Berg mit Namen Enni. Ein paar nette Häuser gab es dort auch anzusehen. Ansonsten war in dem Handelszentrum für die Landwirte der Umgebung und dem Fischereihafen nicht viel zu sehen. Der Regen setzte wieder ein. Die gesamte Küste machte einen tollen Eindruck und es war schade das es so geregnet hat. Gerne wären wir öfter mal auf Erkundungen gegangen. Mittlerweile befanden wir uns ja auf der Nordseite der Insel. Jetzt war die Küstenlinie oft durch Fjorde eingeschnitten. Es ging über einige Brücken, die die Fahrt durch die Fjorde erleichterten. Wieder beeindruckte das Spiel aus Licht, Wolken und der Landschaft. Aber zum Aussteigen hat das Wetter wirklich nicht eingeladen. Dann waren wir mit einmal schon in Stykkishólmur. Schon auf dem Weg dorthin ist uns die Schärenlandschaft aufgefallen. So bezieht sich auch der Name des Ortes auf die Schären. Stykkið = Schäre. Groß geworden, immerhin heute ca. 1.111 Einwohner (damit einer der großen Orte in Island), ist der Ort durch Fischerei und Schiffbau. Einige sehr schöne alte Häuser gibt es in der Nähe des Hafens. Am nächsten Tag schon sollten wir den Ort wieder sehen, immerhin geht von hier die Fähre nach Flatey und Brjánslækur. Wir schauten uns den Ort näher an und genossen eine schöne Tasse Kaffee.

Mit einem Klick auf die Bilder werden diese vergrößert.

Unsere Fahrt ging jetzt noch ein wenig die Küste entlang, dann bogen wir ab Richtung Borgarnes. Wir kamen durch eine wieder völlig anders aussehenden Gegend. Viele Seen gab es und wir durchquerten ein riesiges Lavafeld, umgeben von Bergen. Dann waren wir fast wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen. Wir fuhren noch nach Borgarnes rein und kauften etwas zum Abendessen ein. Heute wurde selbst gekocht. Dabei hatten wir eine gute Portion Spaß. Wie das halt so ist, wenn man nicht in seinen eigenen Haushalt wirtschaftet. Das Kartoffelschälmesser war derartig stumpf - Rolf nahm das größte Messer, was es gab und schälte tapfer die kleinen Kartoffeln. So ganz nebenbei, man kann sich wirklich sehr gut selbst versorgen. Die Supermärkte lassen eigentlich keinen Wunsch offen. Obwohl das Gericht schon zig mal zu Hause gekocht wurde, es schmeckte total anders, war aber trotzdem lecker. Kein Ahnung woran das lag. Jetzt wartet nur noch die Schlafkuhle.