Górtis

Ein sehr schöner Stopp auf dem Weg durch die Messará-Ebene nach Matala ist Górtis, direkt an der Hauptstrasse 97 gelegen. Morgens halten hier sehr viele Busse, fährt man etwas später hat man mehr Ruhe. Bekannt ist diese antike Stadt durch Europas frühestes Schriftgesetz - das Stadtrecht von Górtis. Gemeißelt in einer Mauer aus 42 Kalksteinblöcken, annähernd 9 m breit und mannshoch, wurden in 637 Versen erste zivilrechtliche Verhältnisse geregelt (die Ehe und der Ehebruch, Erbfälle und Schulden werden u. a. behandelt). Die Schrift ist angeordnet wie der Weg eines Ochsen beim Pflügen. Jede zweite Zeile ist in Spiegelschrift verfasst. So muss man die Texte der 12 Kolumnen jeweils eine Zeile normal von links nach rechts lesen, die nächste jedoch von rechts nach links. 

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Eindrucksvoll auch die Basilika Agios Titos, die auf die erste christliche Gemeinde Kretas hinweist. Die Kuppelbasilika hatte drei Schiffe in Form eines Kreuzes. Mit etwas Fantasie kann man sich im Odeon eine Aufführung vorstellen. Der Boden liegt ca. 2 m über dem Flussbett des Mitropolianós und war bis zu seiner Freilegung 1912 unter den Ablagerungen des Flusses begraben. 

Überquert man die Landstraße kann man in den dortigen Olivenhainen noch viele weitere Ausgrabungen ansehen. Dieser Teil ist im Übrigen kostenfrei, während man im nördlichen Abschnitt Eintritt zahlen muss.