Féstos

Fährt man weiter Richtung Pitsidia liegt auf einer Anhöhe, die sich 70 - 90 m über die Messará-Ebene erhebt, Féstos - eine der schönsten Palastruinen aus minoischer Zeit. Der Blick reicht im Westen bis zum Libyschen Meer; im Norden sieht man die gewaltigen Berge des Psiloritis-Massivs, und im Südwesten wandert der Blick über die Messará-Ebene. Alleine diese Aussicht ist lohnenswert. Aus dem Blickwinkel der Baulogistik ist die Lage günstig gewählt, Kalkstein, Mergel und Gips konnten aus nahe gelegenen Steinbrüchen herangeschafft werden. Auf der anderen Seite ist dieses Gebiet tektonisch aktiv und häufig wurde der Palast durch Erdbeben verwüstet.

Eines der größten Rätsel, welches man bei den Ausgrabungen fand, ist der Diskos von Féstos. Eine kleine Tonscheibe mit insgesamt 241 eingestempelten Piktogrammen. Man fand diese Scheibe (den Diskos) 1903 und bis heute ist die Schrift noch nicht entziffert. Sie entspricht keiner bekannten kretischen Hieroglyphen-, noch der Linear-A-Schrift; man fand nur Ähnlichkeiten. Nicht einmal die Leserichtung konnte sicher bestimmt werden.