Dvigrad

Ein weiterer Ausflug von Rovinj aus ist die Geisterstadt Dvigrad. Der Besuch von Dvigrad führt einen hinein ins Spätmittelalter, bei dem eigentlich nur die historisch gewandeten Menschen fehlen. Dvigrad besteht zwar nur noch aus Ruinen, was den Ort aber nicht minder interessant macht. Die strategisch günstige Lage machte Dvigrad einst zum bedeutenden Handelszentrum in dieser Region. Die ersten Siedler waren die Illyrer, denen die Römer folgten. So kommt der Name Dvigrad auch aus der römischen Zeit. Duo Castra lautet der lateinische Name von Dvigrad, was soviel bedeutet wie "zwei Lagern". Viele andere römische Siedlungen wurden bis Ende des 14. Jahrhunderts durch kriegerische Auseinandersetzungen zerstört. Daher erhielt Dvigrad in dieser Zeit eine weitere Befestigungsanlage mit dicken Mauern und Wehrtürmen. So stammt auch die im romantischen Stil errichtete St. Sophia Kirche aus dieser Epoche. Die Überlegenheit dieser Stadt, gegenüber ihrer Nachbarorte währte nicht lange. Um 1630 wurde Dvigrad von der Pest und der Malaria heimgesucht. Die Bewohner verließen ihre Stadt und siedelten in das nahe liegende Kanfanar um. Ein Bummel durch diese verlassene Stadt hat einen ganz besonderen Reiz. Die über 200 verfallenen Häuser, eine Kirchenruine im Zentrum und weitere Relikte von Kirchen und Kapellen sowie die Relikte der Befestigungsanlagen samt Stadttor verleihen dem Ort etwas Unwirkliches und Märchenhaftes. Natürlich wurde unsere Phantasie wieder extrem angeregt, so wie auch vielen Menschen vor uns. Nicht Umsonst gibt es zahlreiche Sagen und Legenden um diesen Ort.

So erzählt man sich die Geschichte, dass vor 300 Jahren ein Seeräuber in Dvigrad lebte, der irgendwo in der Stadt seinen kostbaren Schatz vergraben haben soll. Sollte diese Geschichte wahr sein, so hat dieser Pirat seinen Schatz wirklich gut versteckt, denn bis heute ist er nicht gefunden worden. Setzt man sich auf eines der Mäuerchen, kann man die einzigartige Atmosphäre des Ortes in sich aufnehmen. Schließt man die Augen ist man erstaunt über die zahlreichen Naturklänge, die von lebhaften Vogelgezwitscher über das unermüdliche Zirpen der Grillen bis zum Summen der zahlreichen Bienen reicht. Ein Spaziergang zum gegenüberliegendem Hügel ist ein Natur- als auch Augenerlebnis. Die Aussicht von hier oben auf Dvigrad ist ebenso zu empfehlen wie ein Besuch der wunderschönen Antonius-Kapelle mit den kunstvollen Wandmalereien eine unbekannten Meisters.