Dubrovnik

Die "Perle der Adria" wollten wir besuchen, sprich - wir wollten Dubrovnik besuchen. Es erwartete uns der schönste Altstadtkomplex Europas. Einst war Dubrovnik ein Handelshafen der Venezianer in Dalmatien, heute gehört Dubrovnik zu einer der meist besuchten Orte Kroatiens. Täglich machen hier diverse Kreuzfahrtschiffe halt und selbst Hollywood ist diese atemberaubende Stadt nicht verborgen geblieben. So dienen die eindrucksvollen Stadtmauern und Festungsanlagen von Dobrovnik als Drehort für die bekannte TV-Serie Game of Thrones. Im Jahr 1979 wurde die gesamte Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. Jahrhundertelang war Dubrovnik eine unabhängige Stadtrepublik, die Handelsbeziehungen mit großen teilen Südosteuropas und mit dem Mittelmeerraum unterhielt. Um ein Verständnis für die Stadt zu bekommen, sollte man sich auf ihren Leitspruch besinnen: Non bene pro toto libertas venditur auro (deutsch: „Für alles Gold in dieser Welt werden wir unsere Freiheit nicht verkaufen.“). Auch die Ursprung von Dubrovnik geht zurück auf eine illyrische Siedlung im 3. Jahrhundert vor Christus. Im Römischen Reich, ca. in der Mitte des 6. Jahrhunderts wurde der Felsen, auf dem Dubrovnik gebaut wurde, das erste Mal befestigt. Unter dem Einfluss der Kirche wurde auf dem Platz der heutigen Kathedrale, ein Bischofssitz errichtet, die Basilika hatte schon seinerzeit erhebliche Ausmaße. Infolge der Slaweneinfälle siedelten sich im 7. Jahrhundert die Bewohner des zerstörten Epidaurum (das heutige Cavtat) auf die befestigte Insel über. Die älteste Bezeichnung für Dubrovnik soll Lausion geheißen haben. Das Wort Lausion stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie "steil". Danach wurde aus dem L in Lausion ein R und die Stadt bekam viele unterschiedliche Namen. Nachdem die Slawen die Bevölkerung von Epidaurum vertrieben hatten, siedelten sie sich in dieser Stadt an. Sie gründeten ebenfalls eine Siedlung auf dem Festland am Fuße des Sergiusberges gegenüber jener Insel, auf welche die romanische Bevölkerung geflohen war, auf einem Landstück, das von einem dichten Eichenwald bedeckt war. Da die Eiche im Slawischen du hieß, bildete sich daraus höchstwahrscheinlich die Bezeichnung Dubrovnik. Dubrovnik stand seit seiner Gründung unter dem Schutz von "Byzantinisches Reich" (einige Zeit residierte hier ein byzantinischer Stratege). An der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert war Dubrovnik mit dem bosnischen "Kulin (Ban)" verbündet. Bosnien wurde zum wichtigen Rohstofflieferanten der Stadt (Holz und Metalle). Gleichzeitig verliefen durch Bosnien wichtige Handelsrouten ins Innere Südosteuropas. Zur Zeit der Kreuzzüge stand die Stadt zeitweise unter der Herrschaft der Republik Venedig. 1242 wurde die Stadt von den Mongolen belagert und das Umland verwüstet. 1240 und 1244 wurde das Bündnis mit Bosnien erneuert. Nach dem Friedensschluss von Zadar 1358 erkannte Dubrovnik die Oberhoheit der kroatisch-ungarischen Könige an und zahlte ihnen Tribut bis zu deren Niederlage von Mohács 1526. Allerdings reisten schon ab 1420 regelmäßig Delegationen zu den Osmanen, die neben der Beteuerung ihrer Neutralität jährliche Tribute überbrachten, zuletzt 12.500 Dukaten, gezahlt bis zum Frieden von Passarowitz 1718. Nach Erlangung seiner  Autonomie (dem ungarisch-kroatischen König wurden nur Abgaben in Form von Steuern und Schiffen geleistet) begann Dubrovnik sein Leben als selbstständige Republik Ragusa. Der Republik gelang es, ihre Autonomie zu bewahren, und die Bürger der Stadt wählten ihren Stadtrat und den Senat. Schutzpatron der Stadt wurde der  Hl. Blasius (in Dubrovnik: sveti Vlaho; sonst kroatisch: sv. Blaž), ein Arzt aus der Zeit, welcher der Überlieferung zufolge Dubrovnik bei einem Angriff der Republik Venedig rettete. 1416 schaffte die Republik Ragusa als erster Stadtstaat Europas die Sklaverei ab; gleichzeitig wurde der Sklavenhandel gesetzlich verboten.

Seinen größten wirtschaftlichen Aufschwung erhielt Dubrovnik im 15. und 16. Jahrhundert mit dem ertragreichen Handel mit den Osmanen im Hinterland und den Küstenstädten des Mittelmeeraums. Immerhin bestand die Handelsflotte Dubrovniks aus gut 160 Schiffen und war damit zu jener Zeit eine der größten im Mittelmeerraum. Spanien war eine wichtige Schutzmacht für die Republik Dubrovnik, die größte Bedrohung ging von Venedig aus. Dubrovnik war weltweit der erste Staat, der die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 international anerkannte. Im 18. Jahrhundert befanden sich in Dubrovnik über 85 Konsulate. Von 1918 bis 1941 gehörte Dubrovnik zum "ersten" Jugoslawien. Aufgrund historischer Gründe und der mehrheitlich kroatischen Bevölkerung wurde Dubrovnik zum Teil der banschaft Kroatien. Während des zweiten Weltkriegs war die Stadt Teil des so genannten Unabhängigen Staates Kroatien und blieb nach 1945 Teil der kroatischen Teilrepublik im zweiten Jugoslawien. In dem leidigen Kroatienkrieg wurde die Stadt von serbisch-montenegrinischen Streitkräften belagert und massiv beschossen und hatte zahlreiche Tote zu beklagen. Die materiellen Schäden waren immens, sind aber bis heute fast vollständig behoben.

In Dubrovnik können 5 Festungsanlagen und 16 Türme entlang der 1.940 m langen Stadtmauer bewundert werden. Dubrovnik zählt heute zu den am besten erhaltenen Festungsanlagen in ganz Europa. Die "Hauptstraße" von Dubrovnik, die Placa genannt wird (oder auch Stradun) ist umgeben von prachtvollen barocken und mittelalterlichen Gebäuden. Von hier aus führen viele kleine romantische Gassen durch den historischen Altstadtkern. Entlang der Placa findet man auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie die Orlando Statue, den Sponza Palast, Luza und den Glockenturm und die St. Blasius Kirche. Weiter kann man noch einige prunkvolle Paläste entdecken, wie zum Beispiel den Sponza Palast.  Nicht zu vergessen die schönen Kirchen und Klöster in und um Dubrovnik. Westlich neben der Altstadt findet man die Festung Lovrjenac, die auf einem 37 m hohen Felsen erbaut wurde. Die Festung ist das Symbol der Stadt Dubrovnik und der Freiheit der Stadt. Hier kann man über dem Eingang den schon erwähnten Spruch "Non bene pro toto libertas venditur auro" als Inschrift finden. Die Festung Minceta aus dem 14 Jahrhundert trohnt über dem Nordwesten der Stadt Dubrovnik. Im 15. Jahrhundert erhielt die Festung Ihre heutige Form nach den Entwürfen des Architekten Michelozzo aus Florenz. Die halbkreisförmige Festung Bokar findet sich auf der Meeresseite von Dubrovnik. Die Festungsanlage, die im 15. Jahrhundert vom Architekten Michelozzi entworfen wurde, ist eine der schönsten Festungen Dubrovniks. Dubrovnik hat noch diverse Sehenswürdigkeiten mehr, die es zu entdecken gibt. Ich konnte aber einfach nicht mehr laufen, leider hielten sich die Schmerzen über Tage, so dass wir das Versäumte auch nicht nachholen konnten.