Drangsnes

Schön ausgeschlafen ging unsere Reise weiter Richtung Osten. Am Flugplatz vorbei, entlang des Fjordes verließen wir Ísafjörður. Der nächste Fjord hieß Álftafjörður an dem der Ort Sudavik liegt. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Insel Vigur. Die Fjorde sind zum größten Teil tief in das Land eingeschnitten. So fährt man Kilometerweit erst landeinwärts, auf der anderen Seite dann die ganze Strecke wieder zurück. Da schläft einem schon mal der Fuß für das Gaspedal fast ein. Immer geradeaus, immer im gleichen Tempo. Tipp von mir, Tempomat einschalten, dann wird der Fuß auch mal etwas entlastet und man fährt nicht ausversehen viel zu schnell. Auf der anderen Seite aufpassen, ab und an muss man doch auf die Straßenverhältnisse reagieren. So umfuhren wir den Hestfjörður (nur 1,5 Kilometer breit reicht aber 12 Kilometer weit in das Land - man fährt satte 15 Kilometer um tatsächlich 1,5 Kilometer weit zu kommen), den Skötufjörður und dem Mjóifjörður. Wir sind dann gute 35 km Luftlinie weg von Ísafjörður, aber satte 140 km gefahren. 

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Unterwegs hatten wir einen Blick auf die Küste von Snæfjallaströnd und sahen den Gletscher Drangajökull, den nördlichsten Gletscher von Island. Etwas genauer gesagt, wir sahen die Gletscherzunge die in die Kaldalòn Bucht hinabreicht. Als wir an der Landzunge bei Reykjanes ankamen, entschlossen wir uns einen Abstecher zu dieser Gletscherzunge zu machen. Sehr weit hatte sich das Gletschereis zurückgezogen, überall stürzten kleine und etwas größere Wasserfälle zu Tal. Wir wanderten eine ganze Weile auf die Gletscherzunge zu, da fing es an wie aus Kübeln zu schütten. Außerdem ließ uns jetzt doch die Zeit davon, so mussten wir etwas verfrüht wieder umdrehen. Auf dem Rückweg ist uns tatsächlich jemand begegnet. Ein älterer Herr, der uns erklärte, wo wir jetzt stehen war noch vor einigen Jahren die Gletscherzunge (wir waren bestimmt 3 km weit entfernt). Er müsse noch bis zur Gletscherzunge und messen, wie weit sich das Eis zurückgezogen hat. Wir meinten, es wäre doch traurig, dass sich die Landschaft so verändert. Daraufhin erzählte er uns, letzten Nachmittag ist eines seiner Schafe gestorben, aber schon heute Nacht wurde ein neues geboren. Recht tiefsinnige Geschichte.

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Nach dem Ausflug also weiter Richtung Drangsnes. Wir fuhren durch eine Seenlandschaft, eine völlig abgelegene Landschaft. Eine Trollfrau mit Robbenkopf mit Namen Selkolla soll hier ihr Unwesen treiben. Wir sind ihr aber nicht begegnet und überquerten die Halbinsel unbeschadet. Zu dem Ort Drangsnes gibt es eine schöne Geschichte, die wir vor unserem Hotel lesen konnten (hier war einer der Punkte, wo diese Sagen oder Geschichten dargestellt werden - zig-fach findet man auf Island diese Hinweisschilder). Eine Trollfrau wurde bei dem Versuch, einen Graben zwischen den Westfjorden und den restlichen Island schaufeln zu wollen, nicht fertig. Sie grub zu langsam und wurde von der aufgehenden Sonne überrascht. So wurde sie sofort zu Stein - die vorgelagerte Insel Grimsey ist entstanden. Der Ort ist wirklich klein und abgelegen. Das einzige Restaurant war bei unserem Hotel. Man war gerade dabei Fische zu schlachten und zu filetieren als wir ankamen. Auf die Frage, ob wir Fisch essen, antworteten wir sofort mit ja und suchten uns gleich etwas schönes aus. Kurz wurde die Zeit für das Abendessen abgesprochen, so war der wichtige Teil der Nahrungsmittelaufnahme gesichert.

Wir schlenderten durch den Ort, der durch eine Salzfischfabrik geprägt ist. Am Strand gibt es den öffentlichen Hot Pott, der Ort hat aber auch ein richtiges Schwimmbad. Das war es denn auch schon. Das Abendessen war köstlich und wir ließen den Tag langsam ausklingen. Zu unserer Freude - auch hier gab es vernünftige Betten.