Mekong - Inseln - Wasserfälle

Nachdem wir uns lange am Wat Phou aufgehalten hatten, wollten wir noch Khong Island erreichen. Dazu mussten wir noch zweimal den Mekong überqueren. Wieder waren die Fähren ein Abenteuer, dann erreichten wir Khong Island wo wir die Nacht verbrachten. Khong Island befindet sich in der Provinz Siphandone, was auf deutsch 4000 Inseln heißt. Hier ist der Mekong so breit wie nirgendwo anders, teilweise bis zu 14 km liegen zwischen den einzelnen Flussarmen. Diese Arme bilden dann auch die 4000 Inseln in allen nur erdenklichen Größen; von Bierdeckelgröße bis hin zur kilometerlangen Inseln - wie Khong Island.

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Eine gemütliche, rund zweistündige Bootsfahrt brachte uns zu den Inseln Don Khon und Don Det. Die Nachbarinseln sind durch eine Brücke verbunden. Auf Khon kann man einige Kolonialbauten bewundern, Strom gibt es zwischen 18.00 h - 22.00 h (somit auch keine Klimaanlage). Hingegen findet man auf Det, ausser Natur pur, nichts weiter. Bemerkenswert die Hinterlassenschaft der Franzosen auf Khon, die einzige Eisenbahn die Laos bis dato hatte. Sie wurde gebaut, um die Wasserfälle und Stromschnellen des Mekong zu umgehen. Die gesamte Strecke betrug ca. 10 km, teilweise kann man noch heute einige Streckenabschnitte erahnen. Unweit der Brücke zu Det rostet eine übrig gebliebene Lokomotive vor sich hin und dient als beliebtes Foto Objekt. 

Von der Brücke aus ist es ein guter Spaziergang bis zur eigentlichen Attraktion der Insel. Der Wasserfall La Phi (auch Somphamith oder Khon Ngai genannt) ist eigentlich eine Abfolge von Stromschnellen durch die sich der Mekong gurgelnd ergießt. Bringt man etwas mehr Zeit mit, sollte man auf alle Fälle versuchen, einige der wenigen noch verbliebenen Irrawaddy-Delfine zu beobachten. Obwohl wir während der Trockenzeit dort waren, hatten wir kein Glück. Dafür war die Inselerkundung per Fahrrad ein Erlebnis der besonderen Art. Wirklich, man kommt in jede Ecke der Insel und sieht tolle Dinge.

Die Wasserfälle hatten es uns jetzt angetan. So war die nächste Station der größte Wasserfall Asiens - zum Khong Phapheng. Hier stürzen die Wassermassen eines der Mekongarme gute 18 Meter in die Tiefe. Es tosen gute 9,5 Millionen Liter Wasser pro Sekunde über die Felsen. Ansonsten fließt der Mekong ja eher träge dahin, hier aber scheint er völlig die Beherrschung zu verlieren. In weißer, brodelnder Gischt tost das Wasser durch die Felsspalten. Ein Naturschauspiel, kaum kann ich es beschreiben. Genauso ist es kaum Vorstellbar, dass auf mehr als 10 Kilometer Breite noch dutzende anderer Wasserläufe des Mekong weiter gen Süden fließen. Khon Papheng heißt übersetzt - Getöse des Mekong. Grund für diese Bezeichnung war das meilenweit hörbare Getöse, dass das Wasser bei der Überquerung eines großen Felsen gemacht hat. Dieser Felsen ist mittlerweile vom Wasser weggewaschen, so ist es jetzt etwas geräuschärmer am Wasserfall.