Chini-See - Tasek-Chini

Von Kuantan aus erreicht man sehr gut den Chini-See - Tasek-Chini. Eigentlich handelt es sich um eine Seenplatte, bestehend aus zwölf miteinander verbundenen Wasserflächen. Von Juni bis September ist der große See mit roten und weißen Lotosblüten bedeckt - ein wirklich schöner Anblick. Hier leben Jakun-Stämme. Mit ihren Blasrohren jagen sie Affen und andere Dschungeltiere. Wir lernten hier auch, dass man die Samen des Lotos essen kann. Die cremefarbigen Samen sind in voller Reife etwas kleiner als Wachteleier und sie haben einen kräftigen Nußgeschmack und sind eine gute Proteinquelle. 

Ist man mit dem Boot unterwegs, drängt einem die Umgebung einfach Geschichten auf. Die Fantasie bekommt irgendwie Flügel - einfach Genial. Und tatsächlich ranken sich die unglaublichsten Legenden um den See.

So erzählt man sich zum Beispiel, dass man bei der Rodung des Dschungels eines Tages eine alte Frau mit einem Stock traf, die behauptete, dies sei ihr Land. Zur Bekräftigung steckte sie ihren Stock an jener Stelle in den Boden und verschwand. Vom Gebell eines Hundes angelockt, fanden die Männer gleich darauf einen schwarzen Baumstamm auf der Erde. Neugierig stießen sie ihre Speere hinein, und bald fing der Baumstamm zu bluten an; gleich darauf verdunkelte sich der Himmel, und von Donner und Blitz geängstigt, gerieten die Männer in Panik. In dem Chaos, das nun folgte, wurde der Stock aus der Erde gerissen, und aus dem Loch schoss Wasser heraus, das mit der Zeit die ganze Gegend überflutete. So entstand der Chini-See.

Andere Legenden haben die nagas zum Gegenstand, die Drachen und Monster, die im See leben. Zwei dieser mythischen Tiere sollen zu den Inseln Tioman und Daik geworden sein.

Britische Regierungsbeamte behaupteten, vielleicht in Anlehnung an Loch Ness, ein merkwürdiges Tier im See beobachtet zu haben. Ganz sicher sind Krokodile hier gesichtet worden.

Eine alte Frau, die noch am See lebt, soll eine besondere Freundschaft mit diesen Tieren pflegen. Man sagt, daß sie sie vor den Jägern bewahrt habe und ihrerseits zum Dank von ihnen aus dem Wasser gerettet worden sei. Sie ist über hundert Jahre alt, und ihre Berichte klingen etwas konfus, aber an ihre Freunde scheint sie sich sehr gerne zu erinnern.

Anderen Erzählungen zufolge soll es auf dem Grund des Chini-Seeseine versunkene Stadt geben; und tatsächlich hat man bei archäologischen Forschungen in zwölf Metern Tiefe die Überreste einer Khmer-Siedlung entdeckt, die auch in historischen Beschreibungen dieses Gebietes nachzuweisen ist.

Sobald wir in der Gegend um Kuantan sind, gehört für uns ein Ausflug zu den Seen immer dazu.