Bali

Unser Weg führte uns nach Bali - Insel der Götter. Von Ost nach West verläuft eine Kette von Vulkanen, die von den Gipfeln des Mt. Batur und des Mt. Agung überragt werden. Von Nord nach Süd ziehen sich tiefe Schluchten. Der Boden ist außerordentlich fruchtbar, der Nordwestmonsum bringt reichlich Regenfälle. Die Balinesen haben sich schon immer die Gaben der Natur zunutze gemacht. Noch am steilsten Hang werden Terassenfelder angelegt. Jeder fruchtbare Fleck wird durch ein kunstvolles System von Aquädukten, Dämmen und Schleusen, das schon seit Jahrhunderten funktioniert und von Subaks, dörflichen Arbeitsgemeinschaften, betrieben wird, bewässert. Die Ernten sich reichlich.

Die Balinesen sehen ihre Umwelt mit religiösen Augen. Reiche Ernten werden Dewi Sri zugeschrieben, der Göttin des Reis und der Fruchtbarkeit. In den Bergen wohnen gute Geister, im Meer lauern dunkle und feindliche Mächte. Die Welt der Menschen liegt zwischen diesen beiden Extremen. Daher ist in Bali jedes Haus, jedes Dorf und wurde jedes Königreich entlang der Achse zwischen Meer und Bergen ausgerichtet. Die Schöpfungsgeschichte der Balinesen: Als die Erde als menschliche Wohnstätte geeignet war, besprach sich der große Lehrer Batara Guru mit seinem anderen Ich über die Notwendigkeit und Beschaffenheit des Menschen. Sie beschlossen, in einen Wettstreit miteinander zu treten und Modelle aus Ton zu formen. Jeder von beiden gab zu, dass er dabei experimentiere und verspottete jeweils die Bemühungen des anderen. In der Tat ging so mancher Versuch daneben: Die ersten Menschen kamen zu hell aus dem Brennofen die nächsten waren fast schwarz gebrannt. Erst die nächste Produktion - die Balinesen - waren rundum gelungen und goldbraun. Durch Meditation hauchten Batara Guru und Brahma den Balinesen Leben ein.

In Ketapang nahmen wir die Fähre nach Gilimanuk, dann ging es quer über die Insel bis nach Sanur. Hier suchten wir uns ein festes Quartier für unsere Erkundungen.

Mit einem kleinen Boot ging es zu einer vorgelagerten Insel. Hier gab es so was wie eine Krokodil- und Schildkrötenfarm. Leider war alles eher ungepflegt und die Tiere konnten einem nur leid tun. Das Schnorcheln auf dem Rückweg war schon besser. 

Das größte hinduistische Heiligtum Indonesiens, nach der Islamisierung des Landes (lediglich Bali und Lombok wurden nicht einbezogen), ist der in Bali gelegene Tempel Pura Besakih - der "Muttertempel". Die am Fuße des Gunung Agung, einem noch aktiven Vulkan, gelegene Anlage wurde vermutlich im 8. Jahrhundert gegründet. Der Tempel besteht aus über 200 Bauwerken. Die Fürstengeschlechter haben jeweils ihren eigenen Bezirk, Dörfer, Kasten, Sippen verfügen über eigene Tempel oder Schreine, jeweils von einer Mauer umgeben. Die Grundstruktur ist nach der Hindu-Göttertrinität Brahma - Shiva - Vishnu gegliedert. Diesen drei Göttern sind auch die Hauptheiligtümer gewidmet. 

Als Nachkommen des Affengenerals Hanuman verehrt, gelten Affen in Bali als heilig. So gibt es einige Affenwälder, wie der bei Sangeh. In den Anlagen gibt es meist noch einen Tempel - Bukit Sari. Die Tiere toben hier in großen Horden herum. Auch wenn man Futter kaufen kann, man sollte es lassen. Die Affen werden an das Futter gewöhnt und werden schnell aggressiv. Lose Teile, wie Brillen oder Badelatschen, sind vor den Tieren auch nicht sicher. Aber keine Angst, ein guter, geschäftstüchtiger Geist wird auftauchen und mit etwas Futter die gestohlenen Dinge dem Tier wieder abluchsen. Wie zufällig hat dieser gute Geist ein kleines Geschäft in der Nähe, der dankbare Tourist kauft dann ja auch. Konnten wir gut beobachten.

Nur Tempel sind mit der Zeit dann auch anstrengend. So unternahmen wir auch einen tollen Tagesausflug zur Nusa Penida und Nusa Lembongan. Vor Balis Südostküste liegen diese Inseln. Ähnlich wie auf der Halbinsel Bukit ist die Vegetation auf den zwei Kalksteininseln karg, es wachsen lediglich Mais und Gemüse. Nusa Penida ist eine ehemalige Sträflingsinsel für die in Klungkung Verurteilten. Toya Pakeh (schöner Strand) und Sampalan sind die Hauptorte der Insel. Die Bewohner sind überwiegend Moslems. Die Balinesen halten sich von der Insel fern, denn sie vermuten auf ihr den Riesen Jero Gede Mecaling, der Unglück über Bali bringt. Das einzig Sehenswerte ist die unterirdische, riesige Höhle Goa Karangsari, die unter einem Berg liegt. Nusa Lembongan ist die kleinere der beiden Inseln, sie eignet sich wunderbar für Schnorchelaufenthalt.

Nach dieser Erholung ging unsere Erkundung auf der Insel weiter. Natürlich besuchten wir auch den wohl meist Fotografierten Tempel, den Pura Tanah Lot - den "Meerestempel". Obwohl die wörtliche Übersetzung eigentlich "Land inmitten des Meeres" bedeutet. Ohne Nass zu werden, erreicht man den Tempel nur bei Ebbe. Es ist nur ein kleiner Fußweg über rund gewaschene Steine und feinen dunklen Sand gelangt man zur Felseninsel. Der Eintritt in den eigentlichen Tempel ist nur Gläubigen gestattet. In einer kleinen Höhle am Fuße des Tempelfelsens befindet sich eine Süßwasserquelle, die scheinbar dem Meer entspringt. Sie gilt als heilig und wird ständig von Priestern bewacht. 

Tirtha Empul pilgern die Balinesen, um zu opfern und sich in den Badebecken des Tempels einer rituellen Waschung zu unterziehen. Das linke Becken ist für die Männer, das rechte für die Frauen. Gewaschen wird nicht nur der Körper, sondern der ganze Mensch, mit allem, was er an hat. Das heilige Wasser soll von allen Fehlern reinigen, Heilung und Erleuchtung bringen und eine positive Auswirkung auf die nächste Wiedergeburt (Reinkarnation) haben. 

Man kann auf Bali auch anderen Beschäftigungen als Tempelbesichtigungen nachgehen. Zum Beispiel eine Rafting-Tour auf dem Ayung River. Die Touren werden in den Touristenzentren angeboten und es gibt sehr gute Veranstalter. Das Equipment hervorragend und die Sicherheitseinweisung einprägend und deutlich. Rolf und ich teilten unser Boot mit einer Gruppe Koreanerinnen. Kaum zu glauben, wir oft wir die aus dem Wasser gezogen haben, so oft sind die reingefallen. An ruhigeren Stellen sind wir mit Absicht rein und haben uns treiben lassen. Der Stop an einem Wasserfall - schön - so eine Naturdusche zu genießen. Wir erlebten einen super Tag bei diesem Rafting-Ausflug.

Ein besonderes Erlebnis, der 11. März /Neujahr 1927 Hari Nyepi.

An diesem Tag geht gar nichts, ganz Bali steht still. 24 Stunden absolutes Ausgangsverbot! Ja, alle Gäste mussten im Hotel bleiben, der Strand wurde abgesperrt.

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