Der Vulkan Arenal (und Umgebung)

Unmöglich, in Costa Rica nur einen Vulkan zu sehen. Unser nächstes Ziel war dann der Arenal. Im Jahre 1968 freuten sich die Frauen darüber, dass das Wasser beim Wäschewaschen in den Bächen schön warm war. Bis dann der Vulkan explodierte, glühende Felsbrocken und geschmolzene Lava gingen auf das Land nieder. Auf einer Fläche von über 5 qkm verwandelte sich die idyllische Landschaft in ein wahres Inferno. Bis heute ist der Vulkan nicht zur Ruhe gekommen. Alle Jahre gibt es Opfer, meist Touristen die sich nicht an die Warnhinweise halten. Man wird schon aufgefordert, Augen und Ohren offen zu halten, das Auto immer in Fluchtrichtung zu parken und alles mögliche zu beachten. Die glühend heiße Lava fließt noch immer, der Ausstoß giftiger Gase ist unberechenbar. Gesteinsbrocken schlagen wie Granaten an den Hängen ein.

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Nach einigen Telefonaten und Sucherei sind wir sehr gut in der kleinen Lodge "Coloso Arenal" untergekommen. "Ursprünglich" sind die Holzhäuser gebaut und sauber. Die Inhaber, Olivier und seine Frau, stehen einem mit Rat und Tat zur Seite. Ganz toll fanden wir die Künste im Handtuch legen von der Maid des Hauses. 

Im Nationalpark kann man wunderschöne Wanderungen unternehmen und dabei viele Tiere beobachten. Zum Beispiel über einen abgekühlten Lavastrom (vom letzten großen Ausbruch 1992) zu einem Fluss. Hier bin ich fast auf eine Schlange getreten. Auf dem Hinweg hing sie noch hoch in den Bäumen, auf dem Rückweg blickte ich nur nach Oben, da war sie aber schon am Boden und nicht sehr glücklich über unser erneutes zusammentreffen. Ich weiß nicht wer mehr Angst hatte. Beide beruhigten wir uns dann aber und jeder ging seines Weges.

Ganz toll war die Canopy-Tour. Ursprünglich hangelten sich hier die Wissenschaftler von einer Baumkrone zur nächsten. Die Tourenteilnehmer werden heute - mit einem Gurtsystem gesichert - über eine Rolle an Seile gehängt und gleiten so von Plattform zu Plattform über die Täler. Das ganze hat zwar mit Naturwissenschaft nur noch bedingt zu tun, bringt aber höllischen Spaß.

Da wir Wasserfälle mögen, wanderten wir auch zum Rio Fortuna. Leider war das Wetter nicht ganz so gut, unseren Spaß hatten wir trotzdem. Super war auch die Wanderung durch einen Wald mit vielen Hängebrücken. Das Klima rund um den Arenal machte seinen Ruf alle Ehre und einen großen Teil der Strecke marschierten wir bei strömenden Regen. 

Leider haben wir nachts den Arenal nicht glühend betrachten können. Die Wolken hingen einfach zu tief. Man erzählte uns: "Das sei nichts besonderes." Eigentlich kann man nur sehr selten dieses Naturschauspiel bewundern. Vielleicht haben wir beim nächsten Besuch mehr Glück!