Warum gerade Kambodscha?

Eine Frage, die uns häufig gestellt wurde. Vielen ist die jüngere Geschichte, der Holocaust der Roten Khmer im Gedächtnis. Doch dieses Kapitel ist mittlerweile Vergangenheit und wird aufgearbeitet.

Uns fielen vor allem die sakralen Bauwerke des Landes ein. An erster Stelle sei hier Angkor Wat genannt. Bzgl. der Landschaft dachten wir an den Mekong, natürlich auch an den Tonle Sap. Wir selbst stellten uns die Frage, wie die Menschen dort zurechtkommen, gerade im Hinblick auf die Geschichte des Landes.

So machten wir uns auf, Kambodscha zu erkunden.

 

Phnom Penh

Am Flughafen von Phnom Penh angekommen zeigte sich, die Entscheidung das Visa schon in Deutschland zu besorgen, hatte sich gelohnt. Dieses Visum ist teurer, als wenn man es direkt bei der Einreise vor Ort beantragt, aber die Wartezeit, nachdem diverse Flugzeuge gelandet sind ist nicht zu verkennen. So konnten wir diesen Punkt abhaken und direkt zur Immigration gehen. Nach einem langen Flug sehr angenehm.

Uns ist aufgefallen, dass es in Phnom Penh kaum Hochhäuser gibt, der Bauboom beginnt aber gerade. Alles machte einen ruhigen Eindruck, auch wenn der Verkehr anarchisch wirkt, trotzdem hat aber alles seine Ordnung.

Ein guter Einstieg zur Erkundung des Landes bietet der Besuch des Nationalmuseums. Frühgeschichte, eine Einführung in das Verständnis der Religion und vieles mehr kann man sehen und wird gut erklärt. An die Nieren geht der Besuch des Tuol-Sleng-Museums, ein KZ des Pol Pot Regimes. Weitere Highlights sind natürlich der Königspalast und Wat Phnom mit hübscher Parkanlage und seinen frechen Affen. Ein Rundgang über den Zentralmarkt - ein Muss. Hier kann man wirklich alles kaufen. Die gerösteten Spinnen, welche in großen Körben feilgeboten wurden, trafen allerdings nicht so unseren Geschmack.

Zum Sonnenuntergang eine kleine Rundfahrt auf dem Mekong - einfach wunderschön. Auf der Uferpromenade gibt es diverse Restaurants und Bars (dieser Bereich ist absolut auf den Tourismus ausgerichtet), wo man den Tag ausklingen lassen kann.

Wir hörten, viele Touristen besuchen überhaupt nicht die Hauptstadt, wenn sie nach Kambodscha reisen (es zieht sie sofort nach Angkor). Für uns war es der ideale Einstieg für Kambodscha und wir haben die Tage genossen.

Udong und Takeo - Tagesausflüge von Phnom Penh

Mit dem Auto gingen die ersten Touren in das ländliche Kambodscha. Auf dem Weg nach Udong kommt man an Dörfern vorbei, in denen das Silberschmiede-Handwerk wieder auflebt. Viele Dorfgemeinschaften leben von dem Verkauf ihrer Arbeiten an Touristen. Mann kann bei der Herstellung zuschauen, irgendeiner kann  etwas Englisch, so bekommt man alles erklärt. Hauptziel unseres Ausflugs war aber Udong. Schon von weitem sieht man die Hügel, an deren Fuß sich die kleine Stadt befindet. Udong war einmal die Hauptstadt von Kambodscha. Auf den Hügeln stehen Stupas, Heiligtümer, Pagoden und eine Moschee. Auch hier wurde viel von den Roten Khmer zerstört. Trotzdem ist noch viel zu sehen, viel ist wieder aufgebaut worden. Im Eingangsbereich gibt es die Möglichkeit sein Mittagessen in Picknickform zu sich zu nehmen (bringt Spaß).

Am nächsten Tag ging es dann nach Takeo. Flach wie ein Pfannkuchen präsentiert sich die Landschaft. Jährlich wird die Gegend von den Fluten des Mekong und des Bassac überschwemmt. Hunderte Kanäle durchziehen die Gegend und werden als ganz normale Verkehrswege genutzt. Letztendlich kommt man mit dem Boot auch besser voran. Aber Vorsicht, über Stunden dem kühlen Fahrtwind ausgesetzt ist die Erkältung nah. Ziel des Ausflugs waren u. a. Angkor Borei und Phnom Da.

 

 

Mit dem Boot nach Siem Reap

Normalerweise mögen wir ja keine Reisegruppen. Aber die "Toum Taev" sah einfach zu gemütlich aus. Völlig aus Holz gebaut, dennoch mit ein wenig Komfort ausgestattet. Warum also nicht den Tonle Sap auf einer Bootsfahrt erleben. An kleinen Dörfern wurde gehalten. Hier konnte man den Menschen näher kommen. Als Reiseleiter auf dem Schiff fungierte Serge mit seiner vietnamesischen Frau. Ein Teil der Crew kam immer mit an Land, so dass man jemanden zum übersetzen dabei hat. Den Weg vom Anleger in Kampong Tralach zur Pagode mittels Ochsenkarren zu überwinden, eine besondere Erfahrung. In einem Dorf in der Nähe von Kampong Chnang konnten wir mit ansehen, wie die riesigen Tonkrüge hergestellt werden. Auf dem Markt gab es auch wieder viel zu entdecken. Wie schon erwähnt, die Roten Khmer sorgten dafür, dass die alten Handwerkskünste fast gänzlich in Vergessenheit geraten sind. Die wenigen Überlebenden sorgen dafür, häufig mit staatl. Unterstützung (die Vereinten Nationen haben auch viele Projekte laufen), dass das traditionelle Handwerk wieder auflebt (somit die Bewohner auch eine Einkommensquelle haben). Nicht fehlen durfte die Fahrt - natürlich mit einem kleineren Boot - durch mindestens eines der schwimmenden Dörfer. Nach gut drei Tagen kamen wir dann in Siam Reap an. Abschließend sei angemerkt - das Essen an Bord war eine wahre Geschmacksexplosion.

Siem Raep / Angkor Wat

Aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Tonle Sap mussten wir eine kleine Etappe (4 Stunden) mit dem Speedboot bis Siem Reap zurücklegen. Die Anfahrt zur Stadt führt durch ein schwimmendes Dorf, dann kommt man zum Anleger. Je nach Wasserstand ändert sich die Dauer der Einfahrt, somit auch die Position des Anlegers. Siem Reap dient als Basis für die Erkundung der Tempelanlagen von Angkor. Insgesamt umfasst die Fläche von Angkor rund 232 qkm. Man kann so viel sehen, die eingeplante Zeit, die man hier verbringen möchte um die Tempelanlagen zu besichtigen, scheint immer zu kurz. In Siem Raep vermisst man als Tourist einfach gar nichts - das Touristenzentrum Kambodschas. Viele Straßen der Stadt waren bei unserem Besuch noch nicht befestigt - entsprechend staubig war es. Zahllose Restaurants gibt es in der so genannten "Pub-Street" (versteht jeder Moto-Fahrer). Wir hatten schon viele lokale Speisen probiert - hier lernten wir eine kambodschanische Variante des Fondue kennen - Sop chhnang day.

Über die Tempel gibt es massenweise Bücher. Daher beschreiben wir die einzelnen Tempel hier nicht. Was für eine großartige Kultur ist hier untergegangen? Angkor Wat mit seinen unendlichen Reliefbildern (fast schon eine Zeitung), genauso wie am Bayon. Der Bayon beeindruckt noch mit seinen vielen Türmen, jeder mit einem Gesicht zu jeder Seite - man fühlt sich ständig beobachtet. Es gibt so viele Tempel in dem Areal von Angkor - man kommt spätestens am zweiten Tag durcheinander. Viele haben wir besichtigt, jeder hatte etwas besonderes. Am besten hat uns der Ta Prohm (der Dschungeltempel) gefallen. Nicht komplett restauriert, teilweise noch vom Dschungel überwachsen. Bewusst gehen wir hier nicht im einzelnen auf die Architektur, kulturelle Bedeutung etc. der einzelnen Tempel ein. Das würde den Rahmen dieser Homepage dann doch sprengen.

 

Das war unser Besuch in Kambodscha - in aller Kürze. Vieles haben wir noch nicht vom Land gesehen, unser Fazit - ein Land das man mehrfach besuchen kann und sollte.

Discover the Earth 2006